Willkommen im Unkrautclub

UNKRAUT – “Verlässlicher, heilsamer, kulinarischer Freund. Vergessen wir den abwertenden Beigeschmack des Begriffs Unkraut. Auch als Beikraut oder Begleitkraut werden die wertvollen Pflanzen in der konventionellen Land- und Gartenbewirtschaftung bekämpft. Da hat sich durch Umbenennungsversuche nichts Wesentliches an der Einstellung zum Kräutlein verändert.
Wie Slavko Ninić von der Wiener Tschuschenkapelle sagt, ist heutzutage ein Tschusch das Synonym für einen guten Musiker und kein Schimpfwort mehr. So wünsche ich es mir auch für das Unkraut.
Vielleicht hält sich der Begriff genauso hartnäckig wie das Unkraut selbst; Unkraut verdirbt eben nicht und das ist gut so.
Unkraut bedeutet Lebenskraft, Anpassungsvermögen, Durchsetzungsfähigkeit, Unverwüstlichkeit, Durchhaltevermögen, Fortpflanzung, Konkurrenzfähigkeit, Anspruchslosigkeit…
Es gedeiht ohne unser Zutun aus eigener Kraft und findet seinen Weg ganz allein – auch zu uns.
Kein Wunder, dass sich darunter die besten Heilkräuter finden.
Wenn du ‘Unkraut’ googelst, dann stößt du unweigerlich auf Giersch, Brennnessel, Löwenzahn, Gänseblümchen, Vogelmiere, Gundelrebe, Weiss- u. Rotklee, Braunelle, Günsel, Wegeriche, usw. Und dabei auf mehr oder weniger brutale Methoden, um gegen die freundlichen Gesellen vorzugehen. Da geht es um Bekämpfung, Vernichtung und Ausrottung aus rein agrarökonomischen Motiven. Wehren wir uns gegen die durch menschliche Überheblichkeit, Gier und Ignoranz fortschreitende Zerstörung der Vielfalt an Lebensräumen, die schließlich auch unsere eigenen sind.” (Christine Strasser, Gründungsmitglied)

Unkrautgalerie
“Wilde Wanzenmöhre”

In dieser Galerie ist Platz für die Lieblingsfotos unserer Mitglieder.
Bitte nur eigene Aufnahmen an die Vereinsadresse mailen.

Diese Seiten sind Eigentum des Vereins:  unkraut.club – die Wildpflanzeninitiative 
Links zu diesen Seiten sind ausdrücklich erwünscht.
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Die Teufelskralle

Phyteuma

Familie: Glockenblumengewächse (Campanulaceae)

Blütezeit: Juni bis August
Verwendete Pflanzenteile: junge Triebe, Wurzel, Blütenköpfe
Sammelzeit: Jungtriebe April bis Mai; Blüten Mai bis Juli, Wurzel September

NICHT ZU VERWECHSELN MIT DER AFRIKANISCHEN TEUFELSKRALLE (HARPAGOPHYTUM PROCUMBENS), DIE GEGEN ARTHROSE UND GELENKSBESCHWERDEN EINGESETZT WIRD. ES BESTEHT KEINE VERWANDTSCHAFT.

Die heimischen Teufelskrallenarten werden nur in der Wildpflanzenküche, nicht aber für Heilzwecke verwendet.

Blätter als Wildgemüse (Spinat), roh, Blüten haben angenehm süssen Geschmack

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Die Meisterwurz

Peucetanum ostruthium

Familie: Doldengewächse (Apiaceae)

Blütezeit: Juni bis August
Verwendete Pflanzenteile: Wurzel
Sammelzeit: Wurzel Frühjahr und Herbst

Inhaltsstoffe: Äth. Öl, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Harz, Kumarine (Ostruthin), Furocumarine,

Wirkung: antibakteriell, schleimlösend, beruhigend, blähungswidrig, tonisierend, potenzfördernd, harntreibend;

Med. Anwendungsgebiete: Magen-,Darmleiden; Leber-, Gallebeschwerden; Asthma, Bronchitis, Fieber, Abszesse, Akne u.v.m.

Verwendung als Wurzelwein, Tinktur, Magenschnaps; Blätter und Samen zum Würzen (sehr aromatisch und intensiv)

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Der Portulak

Portulaca oleracea

Familie: Portulakgewächse (Portulacaceae)

Blütezeit: Juni bis Oktober
Verwendete Pflanzenteile: Stengel, Blätter, Blüten(knospen)
Sammelzeit: Sommer

Inhaltsstoffe: Vit. C, A, B und E, Omega-3-Fettsäuren, Schleimstoffe, Mineralstoffe und Spurenelemente (Ma, Ka, Ca, Fe, Zn), Flavonoide, Cumarine, Saponine

Wirkung: antibakteriell, schleimlösend, blutreinigend, blutstillend, harntreibend;

Med. Anwendungsgebiete: Zahnfleisch-, Magenschleimhaut-, Darmentzündungen, Husten, Fieber, Sodbrennen, Verstopfung, Arteriosklerose, u.v.m.

Küche: Salate, Suppen; eingelegte Blütenknospen

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Der Hornklee

Lotus corniculatus

Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)

Blütezeit: Mai bis September
Verwendete Pflanzenteile: Blüten und Blätter
Sammelzeit: gesamte Vegetationsperiode

Inhaltsstoffe: Flavonoide, Wasserstoffderivate, Gerbstoffe, (Blausäureverb. in geringen, für Säugetiere unschädlichen Mengen – Fraßschutz gegen Schnecken)

Wirkung und Anwendung: beruhigend, krampflösend, entzündungshemmend;

Tee aus Blüten bei Angstzuständen, seelischer Überanstrengung, zur Nervenstärkung; äusserlich zur Wundheilung;

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Das Bittere Schaumkraut

Cardamine amara

Familie: Kreuzblütengewächse (Brassicaceae)

Blütezeit: März bis Juni
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Blüten
Sammelzeit: März bis Juni

Inhaltsstoffe: Senfölglykoside, Vit.C, Bitterstoffe

Wirkung und Anwendung: Frühjahrsmüdigkeit, Antriebschwäche, Vitamin C – Mangel; Rheuma, Stoffwechselschwäche, Verdauungsschwäche, harntreibend.

Wildsalat, schmeckt intensiv kresseartig. Es werden immer nur die Blätter zur Verwendung empfohlen, ich mag aber besonders gern die Blüten und habe schon grosse Mengen davon ohne negative Auswirkungen überlebt.

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Das wechselblättrige Milzkraut

Chrysosplenium alternifolium

Familie: Steinbrechgewächse (Saxifragaceae)

Blütezeit: März bis Mai
Verwendete Pflanzenteile: Kraut
Sammelzeit: März bis Mai

Nach der Signaturenlehre galt das Milzkraut früher aufgrund seiner Milzform als Heilkraut. Dies wurde jedoch nie wissenschaftlich bestätigt.

Verwendung evtl. in der Kräuterküche als Salatbeigabe und dergleichen.

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Die wilde Möhrenwanze (Streifenwanze)

Cimex sedis carotae U. oder Graphosoma lineatum L.

Familie: Baumwanzen (Pentatomidae)

Die bevorzugte Ernährung der Streifenwanzen sind die Pflanzensäfte von Doldenblütlern. In den gemütlichen Nestern der Wilden Möhre fühlen sie sich besonders wohl. Die Paarungszeit ist das späte Frühjahr. Die Larven schlüpfen nach 1 – 2 Wochen und nach 5 Häutungen ist die Wanze geschlechtsreif.

Sie ist beheimatet in ganz Europa (gehäuftes Auftreten in Südeuropa) und Teilen Asiens.

Ihr Name “Wilde Möhrenwanze” ist auf dem Mist vom Unkrautclub gewachsen und seine lateinische Entsprechung wird wissenschaftlich nicht anerkannt :)

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Der schwarze Nachtschatten ⚠️

Solanum nigrum

Familie: Nachtschattengewächse (Solanaceae)

Beschreibung: ca 70cm hoch, niederliegend oder aufrecht wachsend, stark verzweigter Stängel, dunkelgrüne Blätter; häufig alle Blüten- und Fruchtstände zugleich
Blütezeit: Juni bis September
Standort: Schuttplätze, Wegränder, Hackfruchtäcker, wärme-, stickstoffliebend, Halbschatten, Mitteleuropa

Wirkstoff: Solanin vorwiegend in unreifen Früchten (Gefahr für Kinder)

Giftwirkung: Erbrechen, Durchfall, Kratzen in Mund und Rachen, Pupillenerweiterung, Hautausschläge; selten kommt es zu Tod durch Atemlähmung

Heilwirkung: schmerzstillend, krampflösend; homöopathische Anw. bei Epilepsie und diversen Krampfzuständen

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Der weiße Germer ⚠️

Veratrum album

Famiiie: Germergewächse (Melanthiaceae)

Beschreibung: bis 150cm hoch, unverzweigter Stängel, Blätter schraubig angeordnet, 50 cm lange Rispe mit vielen grün-gelblich-weissen trichterförmigen Blüten
Blütezeit: Juni bis August
Standort: Alpen, Alpenvorland von Tallage bis auf 2700m, feuchte, kalkhaltige Almwiesen, Hochstaudenflure

Wirkstoffe: Alkaloide Protoveratrin und Germerin v.a. in Wurzel; je höher die Lage, desto geringer der Wirkstoff

Vergiftungssymptome: Erbrechen, Durchfall, Kältegefühl, Krampfzustände, Atemnot, Kollaps; Tod durch Herzstillstand oder Atemlähmung nach etwa 3 – 12 Stunden

Heilwirkung: betäubend, blutdrucksenkend; in Homöopathie bei Brechdurchfall, Kreislaufschwäche, Asthma und Bronchitis

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Der Wolfseisenhut ⚠️

Aconitum lycoctonum

Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
GESCHÜTZT!!

Beschreibung: bis 150cm, aufrechter Stängel, 5-7teilige tief gekerbte Blätter, traubig angeordnete hellgelbe Blüten
Blütezeit: Juni bis August
Standort: feuchte, nährstoffreiche Böden, höhere Lagen Mittel-, Südosteuropas bis 2400m

Wirkstoff: Lycaconitin in allen Pflanzenteilen

Giftwirkung: vergleichbar mit blauem Eisenhut

Heilwirkung: vergleichbar mit blauem Eisenhut

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Die Schneerose ⚠️

Helleborus niger

Familie: Hahnenfussgewächse (Ranunculaceae)
GESCHÜTZT!!!

Blütezeit: Februar bis April (manchmal schon ab Dezember); Balgfrüchte mit fettreichen Samen im Frühsommer
Merkmale: Blüten endständig, meist einzeln, Stängel meist unverzweigt; grundständige lang gestielte, tiefgrüne Laubblätter in 7 – 9 Abschnitten, wintergrün
Standort: kalk- humusreiche, steinige Böden, südl. Mitteleuropa und Südeuropa von Tallagen bis auf 1900m, geschützt im Halbschatten von Bäumen

Heilwirkung: in Homöopathie bei Nierenentzündung, Harnvergiftung, Wassersucht, Herzschwäche mit Ödemen

Wirkstoffe: Protoanemonin, Saponine, Steroidsaponin Helleborin, herzwirksame Glykoside
Wirkstoffhaltige Pflanzenteile: alle, aber höchste Konzentration in Samen und Wurzeln

Vergiftungsverlauf: Erbrechen, Schwindel, Durchfall, Ohrensausen, Herzklopfen mit verlangsamtem Puls, Atemnot, starker Durst; im schlimmsten Fall Tod durch Atemlähmung

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Der rote Fingerhut ⚠️

Digitalis purpurea

Familie: Wegerichgewächse (Plantaginaceae)

Blütezeit: Juni bis August
Standort: Waldlichtungen, Kahlschläge, Waldränder, sandige stickstoffhaltige Lehmböden, kalkscheu
Merkmale: 30 – 150cm hoch, ca. 5cm lange Blüten am oberen Teil der Pflanze traubig angeordnet und in eine Richtung schauend; untere Blätter (in Rosette) gestielt, mit filziger Unterseite, obere am Stängel aufsitzend

Wirkstoffe: Digitalglykoside in allen Pflanzenteilen (vorwiegend in Blättern); Gehalt schwankt nach Tages- und Jahreszeit

Heilwirkung: Herzmuskel kräftigend; Dosierung schwierig, da heilende und letale Dosis nah beieinander liegen

Giftwirkung: Übelkeit, Erbrechen, Sehstörungen, Pulsfrequenz fallend bei steigendem Blutdruck, Herzrhythmusstörungen, Tod durch Herzstillstand (ca. 2,5g der Blätter)

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Der Stechapfel ⚠️

Datura

Familie: Nachtschattengewächse (Solanaceae)

Standort: Ödland, Schutt, an Wegen; braucht lockeren, stickstoffhaltigen Boden; ganz Europa, aber selten
Merkmale: 30 – 120cm hoch, buchtig gezähnte Blätter bis über 20cm lang, trompetenförmige Blüten, stachelige Früchte mit nierenförmigen schwarzen Samen
Blütezeit: Juni bis September
Hauptwirkstoffe: Atropin, Scopolamin

Homöopathie: Augenentzündungen, Infektionskrankheiten, Keuch-, Krampfhusten, Neuralgien, Nervosität

Giftwirkung: milderer Verlauf als bei Tollkirsche; Halskratzen, Mundtrockenheit, Sehstörungen, Unruhe; in schweren Fällen Halluzinationen, Sinnestäuschungen, Lähmung; Selten Tod durch Atemlähmung oder Herzstillstand

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Das Maiglöckchen ⚠️

Convallaria majalis

Familie: Spargelgewächse (Asparagaceae)
GESCHÜTZT!!!

VERWECHSLUNGSGEFAHR mit Bärlauch

Blütezeit: April bis Juni; Fruchtreife Juli, August
Standort: vorwiegend Laubwälder (Buchen), warme humusreiche Böden
Merkmale: jeder kennt es blühend, im Sommer auffallende leuchtend rote Beeren (Gefahr für Kinder)
Wirksstoffe: herzwirksame Glykoside (hauptsächlich Convallatoxin), Saponine, etc. in allen Pflanzenteilen

Homöopathie: Herz- Kreislauferkrankungen, Nervenschwäche, Asthma, vorbeugend gegen Schlaganfall

Giftwirkung: Übelkeit, Erbrechen, Sehstörungen, Schwindel, Durchfall; bei starker Vergiftung Herzrhythmusstörungen und evtl. Tod durch Herzversagen (SELTEN).

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Die Herbstzeitlose ⚠️

Colchicum autumnale

Familie: Zeitlosengewächse (Colchicaceae)

Merkmale: 8 – 30cm hoch, 1 – 3 Blüten pro Pflanze, lanzettliche schmale Laubblätter in grundständiger Rosette; Blüten treten immer ohne Blätter (Herbst) und Blätter ohne Blüten (FRÜHLING zur Bärlauchzeit) auf, daher VERWECHSLUNGSGEFAHR mit Bärlauch
Standort: oft massenhaftes Auftreten in feuchten nährstoffreichen Wiesen, an Böschungen, Sonne bis Halbschatten
Blütezeit: September, Oktober (selten auch im Frühling)

Wirksame Pflanzenteile: alle, höchste Konzentration in Blüte
Wirkstoff: Alkaloid Colchicin und andere Alkaloide

Heilwirkung: in Homöopathie bei Gicht, Rheuma, Gastroenteritis, Katarakt, Schwangerschaftsübelkeit; Krebstherapie

Vergiftungsverlauf: ca 60g frische Blätter sind für 80kg-Menschen tödlich; Symptome erst nach mehreren Stunden; erst Brennen im Mund, dann Schluckbeschwerden, Erbrechen, blutiger Durchfall, schließlich Tod durch Atemlähmung oder Kreislaufversagen.

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Der gefleckte Aronstab ⚠️

Arum maculatum

Familie: Aronstabgewächse (Araceae)
GESCHÜTZT!!

Standort: feuchte Laubwälder in höheren Lagen, durchlässige kalkreiche Böden
Merkmale: 20 – 40cm hoch; grundständige, breit pfeilförmige Laubblätter an 20cm langem, senkrechtem Stiel;
mitunter gefleckte Blattspreiten; Blüte ein den Kolben (trägt später die Beeren) umgebendes Hochblatt
Blütezeit: April bis Mai

Wirkstoff: Scharfstoff Aroin, Calciumoxalate (Oxalatraphide) –insgesamt noch unzureichend geklärt–
Wirksame Pflanzenteile: alle, aber höchste Konzentration von Aroin in frischer Knolle

Heilwirkung: in Homöopathie gegen Entzündungen der oberen Atemwege und Nasenpolypen

Giftwirkung: Haut-, Schleimhautreizung, Brennen im Mund, geschwollene Lippen; evtl. unregelmässiger Herzschlag, Krämpfe und innere Blutungen

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Die Einbeere ⚠️

Paris quadrifolia

Familie: Germergewächse (Melanthiaceae)

Merkmale: 10 bis 30cm hoch, unverwechselbar durch 4 (manchmal 5) im Quirl angeordnete Blätter und nur 1 an Blütenstiel sitzenden Blüte (bzw. Beere) in deren Mitte.
Standort: feuchte, nährstoffreiche, humöse Böden; Au-, Mischwälder, Eichen-, Buchenwälder;
Fruchtreife: Juli bis September

Wirkstoff: Steroidsaponine in allen Pflanzenteilen (höchste Konzentration in Beeren)

Heilwirwirkung: Das Kraut (niedrigst dosiert bzw. homöopathisch angewendet, im Mai und Juni gesammelt) kann gegen Nervenschmerzen, Migräne und nervöse Herzbeschwerden eingesetzt werden

Giftwirkung: mehrere Beeren können zu Brechreiz, Magenkrämpfen und bei entsprechender Menge zum Tod durch Atemlähmung führen.

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Der gefleckte Schierling ⚠️

Conium maculatum

Familie: Doldenblütler (Apiaceae)

VERWECHSLUNGSGEFAHR mit essbarem Wiesenkerbel

Merkmale: 80cm bis 1m hoch, weisse spindelförmige Wurzel, Stängel kahl, längs gerippt, bläulich überlaufen und im unteren Teil rot gefleckt; Blätter kahl und im Umriss dreieckig, 2 – 4fach gefiedert; 8 – 20 leicht behaarte Doldenstrahlen mit hautrandigen Hüllen, Blütenblätter verkehrt herzförmig
Standort: Schuttplätze, Ackerraine, Strassenränder, bevorzugt nähr- und stickstoffreiche Lehmböden
Wirkstoffreiche Pflanzenteile: alle, aber höchst konzentriert in unreifen Früchten
Hauptwirkstoff: Alkaloid Coniin

Früher auch Verwendung als Heilmittel: Krämpfe, Epilepsie, Neuralgien…

Vergiftungsverlauf: Wirkung aufs ZNS, Brechreiz, Sprach- und Schluckprobleme, Muskelkrämpfe und schließlich Tod durch Atemlähmung.

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Die Hundspetersilie ⚠️

Aethusa cynapium

Familie: Doldenblütler (Apiaceae)

VERWECHSLUNGSGEFAHR: mit essbarem Wiesenkerbel

Merkmale: krautige Pflanze bis zu 1m hoch, Stängel rund, leicht kantig, dunkelrot überlaufen oder bläulich bereift, Blätter glänzen (dreieckige Form), lockerer Blütenstand, 5 bis 15-strahlig, auffällige lange nach unten weisende Hüllchen, keine Hülle; Geruch leicht knoblauchartig, scharfer beissender Geschmack
Standort: Äcker, Hausgärten, unter Büschen, in Auen, Schuttplätze; lockere nährstoffreiche Böden
Blütezeit: Juni bis September (manchmal Oktober)

Wirkstoffe: Aethusin (vergleichbar mit Schierlingsgift Coniin)
Heilwirkung: homöopathisch bei verschiedenen Arten von Krämpfen

Vergiftungsverlauf: siehe Schierling

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Der bittersüße Nachtschatten ⚠️

Solanum dulcamara

Familie: Nachtschattengewächse (Solanaceae)

Merkmale: krautige bis verholzende Kletterpflanze mit oberirdischen Teilen bis zu 10m
Standort: alle Höhenlagen, offene Standorte mit ausreichend Licht, Wassernähe, gemäßigtes Klima, niedrige Vegetation
Blütezeit: gesamte Vegetationsperiode (zugleich alle Stadien von Knospe bis zu reifer Beere)

Wirkstoffhaltige Pflanzenteile: höchste Konzentration im Kraut gefolgt von der Wurzel und unreifen Früchten;
vollreife Beere ist alkaloidfrei!

Wirkstoffe: Steroidalkaloide (Solanin,..), Steroidsaponine

Heilwirkung: Hauterkrankungen, Gicht, Husten, Rheuma

Giftwirkung: Erst Kratzen im Mund und Rachen, dann Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, erhöhter Puls, Atemnot, Schwindel, Nierenbeschwerden, später Erregungs- und Angstzustände, Fieber, Krämpfe, Benommenheit und Lähmungserscheinungen.
Tod durch Atemlähmung!

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Der blaue Eisenhut ⚠️

Aconitum napellus

Familie: Hahnenfussgewächse (Ranunculaceae)
GESCHÜTZT!!

Merkmale: bis 1,50m hoch, Blätter ähneln Beifussblättern, auch in Gärten kultivierbar
Standort: Alpenpflanze, kalk- und nährstoffreicher Boden
Blütezeit: Juni bis September

Wirkstoff: Aconitin in allen Pflanzenteilen, höchste Konzentration in Wurzel

Homöopathie: Infektion der oberen Atemwege, Neuralgien, Ischialgie, Hexenschuss, Fieber;

Giftwirkung: bei Hautkontakt Taubheitsgefühl auf betroffener Hautstelle; Bei versehentlicher Einnahme Kältegefühl, nervöse Erregung, Übelkeit, Krämpfe, Herzrhythmusstörungen; Tod durch Herzversagen oder Atemlähmung!!

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Die schwarze Tollkirsche ⚠️

Atropa belladonna

Familie: Nachtschattengewächse (Solanaceae)

Blütezeit: Juni bis August
Wirkstoffe: Hyoscyamin, Apoatropin, Scopolamin und andere Alkaloide
Wirksame Pflanzenteile: alle; medizinische Verwendung von Früchten, Wurzeln, Blättern

nur homöopathische Anwendung bei: Krämpfen, Asthma, Fieber, Neuralgien

Giftwirkung: tödliche Wirkung von 2-5 Beeren bei Kindern, 10-20 bei Erwachsenen;

Mögliche Anzeichen sind: erweiterte Pupillen; trockene, rote, heisse Haut; durch Austrocknung der Mund- und Rachenschleimhäute Schluck- und Sprachstörungen, erhöhter Pulsschlag, Rededrang, Weinkrämpfe, Tobsuchtsanfälle

Tod durch Atemlähmung

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Der Riesenbärenklau ⚠️

Heracleum mantegazzianum

Familie: Doldenblütler (Apiaceae)

Beschreibung: bis zu 4m hoch! Einwanderer aus dem Kaukasus; stickstoffliebend, Flusstäler, Brachland,…nicht anspruchsvoll; wird stark bekämpft
Blütezeit: Juli bis September
Wirksame Substanzen: Furocumarine (Xanthotoxin, Psoralen, Bergapten) in allen Pflanzenteilen (Saft)

Giftwirkung: Hautkontakt mit Pflanzensaft bei Einwirkung von UV-Licht (je mehr Sonne,desto schlimmer) führt zu phototoxischer Reaktion. Folge: Brandwunden 1. bis 2. Grades, entzündliche Blasen (Wiesendermatitis) mit evtl. folgender Pigmentstörung; Möglicherweise Fieber, Kreislaufschock, Schweißausbrüche;
An heissen Tagen kann der Aufenthalt in der Nähe der Pflanzen oben genannte Reaktionen oder auch akute Bronchitis und Atemnot auslösen, da die Furanocumarine von der Pflanze bei Hitze an die Umgebung abgegeben werden.

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Das Bilsenkraut ⚠️

Hyoscyamus niger

Familie: Nachtschattengewächse (Solanaceae)

Blütezeit: Juni bis Oktober (Frucht ist Deckelkapsel mit 300 – 400 Samen)
Standort: an Mauern, auf Schuttplätzen, stickstoffreicher Boden; ganz Europa, aber selten
Wirksame Pflanzenteile: ganze Pflanze, höchste Konzentration in Wurzeln und Samen
giftige Inhaltsstoffe: Hyoscyamin, Scopolamin, Atropin
Als Heilpflanze nur homöopathische Anwendung bei: Schmerzen, Krämpfen, Schlaflosigkeit, Nervosität, Atemwegserkrankungen;

wurde früher als Narkotikum verwendet

Giftwirkung: erregende Wirkung auf ZNS (beschleunigte Atmung, Herzrhythmusstörungen, Schüttelkrämpfe, erhöhter Puls und Blutdruck..), Halluzinationen, Euphorie, Rauschzustand;
Im Endstadium Bewusstlosigkeit mit tödlicher Atemlähmung

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Der Sauerklee

Oxalis

Familie: Sauerkleeartige (Oxalicaceae)

Blütezeit: April bis September
Verwendete Pflanzenteile: blühendes Kraut

Inhaltsstoffe: Oxalsäure, Kaliumhydrogenoxalat, Vitamin C, Schleimstoffe, fette Öle in den Samen

Kraut für Suppen, Salate usw., aber nicht in grossen Mengen

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Die Witwenblume

Knautia

Familie: Geissblattgewächse (Caprifoliaceae)

Blütezeit: Mai bis September
Verwendete Pflanzenteile: Kraut
Sammelzeit: Juli, August

Inhaltsstoffe: Bitterstoffe, Gerbstoffe, Triterpenglykoside

Wirkung und Anwendung: stoffwechselanregend, blutreinigend, äusserlich zur Wundheilung und gegen diverse Hautleiden

Als Bachblüte gegen Ängste; In Homöopathie gegen Akne und Hautausschläge;

Junge Blätter und Blüten für Kräuterküche

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Der Wermut

Artemisia absinthium

Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Blütezeit: Juli bis September
Verwendete Pflanzenteile: Kraut
Sammelzeit: Juni bis August

Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl, Absinthol, Glykosid Absinthin, Bitterstoffe, Artemisin, Absinthiin, Anabsinthiin, Bernsteinsäure

Wirkung und Anwendung: hauptsächlich Verdauungsschwäche; auch blutbildend, blutreinigend; allgemeine Schwäche,
Würmer, Gelbsucht, Kreislauf stärkend, Wehen fördernd, Ohrenschmerzen, Verstauchungen,…

Tee, Tinktur, (Absinth!!) Nicht übermässig anwenden

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Die Nachtkerze

Oenothera

Familie: Nachtkerzengewächse (Onagraceae)

Blütezeit: Juni bis September
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Wurzel, Samen
Sammelzeit: Blätter Juni bis Oktober, Wurzel Herbst, Samen Spätsommer, Herbst

Inhaltsstoffe: (Wurzel:) Stärke, Eiweiss, Mineralstoffe; (Blätter:) Gerbstoffe; (Samen:) Gamma-Linolensäure

Wirkung und Anwendung: BLÄTTER adstringierend, beruhigend, Durchfall, Husten, Asthma, Bluthochdruck, Gicht, Wechseljahrsbeschwerden, Magen-, Darmbeschwerden, prämenstruelles Syndrom; WURZEL stärkend, Rekonvaleszenz;
Samen (Öl) Artheriosklerose, Ekzeme, Hautprobleme

Tee aus Blättern für innerliche und äusserliche Anwendung; Nachtkerzenöl; Wurzel als Wildgemüse

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Der Himmelschlüssel

Primula veris

Familie: Primelgewächse (Primulaceae)

Blütezeit: April bis Mai
Verwendete Pflanzenteile: Blüten, junge Blätter, Wurzel
Sammelzeit: !!GESCHÜTZT!!

Inhaltsstoffe: Saponine, äth. Öle, Gerbstoffe, Kieselsäure, Primulaverosid, Phenolglykoside

Wirkung und Anwendung: schleimlösend, beruhigend, entzündungshemmend, krampflösend, blutreinigend, blutstillend, schweisstreibend, schmerzlindernd

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Die Nelkenwurz

Geum urbanum

Familie: Rosengewächse (Rosaceae)

Blütezeit: Mai bis Oktober
Verwendete Pflanzenteile: Wurzel, Rhizome
Sammelzeit: März und April, September und Oktober

Inhaltsstoffe: Gallotannine, Eugenol, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Glykosid Gein

Wirkung und Anwendung: adstringierend, antibakteriell, fiebersenkend, schweisstreibend, örtlich betäubend, entzündungshemmend, tonisierend, Leber anregend, entgiftend; Verdauungsschwäche, Rheuma, Gicht, Zahnfleisch-, Schleimhautentzündungen, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen;
Äusserlich bei Krampfadern und Hämorrhoiden

Tee, Tinktur, Öl, Nelkenwurzwein; Junge Triebe als Salat und Gemüse, Wurzel zur Verwendung wie Gewürznelke

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Die gewöhnliche Pestwurz

Petasites hybridus

Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Blütezeit: März bis Mai (vor den Blättern)
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Wurzeln
Sammelzeit: Mai bis August

Inhaltsstoffe: ätherische Öle, Flavonoide, Gerbstoffe, Petasin, Polyphenole, Schleimstoffe, Sesquiterpene, Beta-Sitosterol, Pyrrolizidinalkaloide (gelten als leberschädigend und krebserregend)

Wirkung und Anwendung: beruhigend, entzündungshemmend, harntreibend, krampflösend, schleimlösend, schmerzstillend, schweisstreibend

Einsatz bei Infektionen der oberen Atemwege und der Harnwege; Heuschnupfen und Asthma, Migräne (Entkrampfung der Blutgefässse im Gehirn), Allergien, Magen-, Darm-, Regelkrämpfe

Für Heilzwecke wird empfohlen, auf pyrrolizidinalkaloidfreie Präparate aus der Apotheke zurück zu greifen.

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Das Hexenkraut

Circaea lutetiana

Familie: Nachtkerzengewächse (Onagraceae)

Blütezeit: Mai bis Juli
Verwendete Pflanzenteile: Blätter
Sammelzeit: Frühling, Sommer

Inhaltsstoffe: Gerbstoffe, Oxalate, Oxalsäure

Wirkung und Anwendung: adstringierend, blutstillend, harntreibend, Hautkrankheiten, Wundbehandlung inform von frischen zerdrückten Blättern;

Kräuterküche: z.B. Blätter roh in Salat

Bachblüte (Blütenessenz): stärkt Ausstrahlung, unterstützt friedliche Konfliktregelung

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Das Tausendgüldenkraut

Centaurium erythrea

Familie: Enziangewächse (Gentianaceae)

Blütezeit: Juni bis September
Verwendete Pflanzenteile: blühendes Kraut
Sammelzeit: !!GESCHÜTZT!!

Inhaltsstoffe: Bitterstoffglykoside (Erytaurin, Erythrocentaurin), Harz, äth. Öl, Zucker, Fettsäuren, Gentianin, Magnesiumlactat, Eustamine (hochwirksame Antimutagene!)

Wirkung und Anwendung: anregend, beruhigend, blutreinigend, tonisierend, entzündungshemmend, immunstärkend, gebärmutterstärkend, fördert Produktion der Magensäfte

Magenkraut, Fieberkraut, Rekonvaleszenz, Essstörungen, Schwangerschaftsübelkeit, Erschöpfungszustände, schlecht heilende Wunden, Krebstherapie

Tee über Nacht kalt ansetzen; Wein: Tausendgüldenkraut und Kamille 3:2 plus Orangenscheibe in Weisswein 10 Tage ansetzen.

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Die Wiesenflockenblume

Centaurea jakea

Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Blütezeit: Juni bis Oktober
Verwendete Pflanzenteile: Blüten

Inhaltsstoffe: Gerbstoffe

Wirkung und Anwendung: arzneilich wird ihre Schwester, die Bergflockenblume, verwendet.

Für Kräuterküche Blüte als zierende Zutat (Salat, Tee)

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Der weisse Gänsefuss

Chenopodium album

Familie: Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae)

Blütezeit: Juli, August
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Samen, Knospen, Wurzeln
Sammelzeit: Juni bis Oktober

Inhaltsstoffe: Saponine, Stigmasterol, Campesterol, Zink, Tryptophan, Oleanol, Xanthotoxin uvm.

Wirkung und Anwendung: anregend, belebend, entzündungshemmend, krampflösend, menstr.regulierend,
bei Blähungen, Blasenschwäche (Samen kauen), Entzündungen, Neuralgien, geschwollenen Füssen…

Für Heilzwecke wegen relativ hohem Saponingehalt nur getrocknetes Kraut oder gekocht essen, nicht zu häufig.

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Das Pfennigkraut

Lysimachia nummularia

Familie: Primelgewächse (Primulaceae)

Blütezeit: Juni bis August
Verwendete Pflanzenteile: blühendes Kraut mit Wurzeln

Inhaltsstoffe: Saponine, Primverase (Enzym), Gerbstoffe, viel Kieselsäure

Wirkung und Anwendung: schmerzlösend, antiseptisch, krampflösend, entzündungshemmend, wundheilend

innerlich: Durchfall, Krämpfe, Husten

äusserlich: schlecht heilende Wunden, Gelenksentzündungen, Mundgeruch

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Der Wiesenkümmel

Carum carvi

Familie: Doldenblütler (Apiaceae)

Blütezeit: Mai bis Juli
Verwendete Pflanzenteile: Früchte
Sammelzeit: Juni bis August

Inhaltsstoffe: ätherisches Öl

Wirkung und Anwendung: krampflösend, beruhigend, appetitanregend, Produktion der Verdauungssäfte fördernd, antimikrobiell

mildert Blähungen, Koliken (auch Einreibung mit Kümmelöl)

Kümmelöl wirkt auch gegen Hautparasiten

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Latest Message: 10 months, 2 weeks ago
  • unkrautfreak [admin]17.10. | 12:34
    Hallo Katznfell
  • katzenfell [admin]17.10. | 12:34
    Hallo unkrautfreak
  • unkrautfreak [admin]25.07. | 07:29
    Guten Morgen Katzenfell
  • unkrautfreak [admin]19.05. | 12:15
    super, dass sich wieder ein bissl was tut. Bitte schalte Valerie frei als Expertin, hätte gerne Beiträge von ihr, dann tut sich noch mehr
  • katzenfell [admin]22.03. | 09:13
    Hallo beim Unkraut Chat
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Der Steinklee

Melilotus auch Honigklee

Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)

Blütezeit: Juni bis September
Verwendete Pflanzenteile: blühendes Kraut

Inhaltsstoffe: Cumarin, Glykoside, Flavonoide, Schleimstoffe, Melilotin, Cholin

Wirkung und Anwendung: vor allem äusserliche Anwendung in Form von Auflagen, Kräuterkissen, Salben und Pflastern gegen Schwellungen, Entzündungen und Wunden.

Innerlich als Tee oder Tinktur bei Bronchitis, Durchblutungsstörungen, Migräne und zur Verbesserung der Lymphzirkulation.

Pflanze entwickelt ihren typischen süßen Cumarinduft erst, wenn sie welkt!

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Der Wiesenbärenklau

Heracleum sphondyleum

Familie: Doldenblütler (Apiaceae)

Blütezeit: Juni bis September
Verwendete Pflanzenteile: junges Kraut, Wurzel
Sammelzeit: Kraut Juni bis September, Wurzel Frühjahr und Herbst

Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl, Pimpinellin, Xanthotoxin, Furocumarin

Wirkung und Anwendung: beruhigend, harntreibend, schleimlösend, verdauungsfördernd

Junges Kraut als Wildgemüse

Achtung: Phototoxizität durch Furocumarin

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Das Leinkraut

Linaria vulgaris

Familie: Wegerichgewächse (Plantaginaceae)

Blütezeit: Juni bis Oktober
Verwendete Pflanzenteile: Blühendes Kraut
Sammelzeit: Juni bis September

Inhaltsstoffe: Glykosid Linarin, Gummi, organische Säuren, Ameisensäure, Gerbsäure, Apfelsäure, Zitronensäure

Wirkung und Anwendungsgebiete: Tee gegen Harnverhaltung und Ödeme;
Äusserlich: Absud für Waschungen oder Umschlag gegen Geschwüre, Fisteln und bei schlecht heilenden Wunden.

Frisch gepresster Saft zur Reinging von Wunden und Hautverletzungen sowie gegen Flecken und Unreinheiten der Haut.
Salbe aus Leinkraut gegen juckende Hämorrhoiden sowie bei schwer heilenden Wunden und Geschwüren.

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Die Knoblauchsrauke

Alliaria petiolata

Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)

Blütezeit: April bis Juni
Verwendete Pflanzenteile: alle Pflanzenteile
Sammelzeit: Kraut April bis Juli, Wurzel Frühjahr, reife Samen Juli – August

Inhaltsstoffe: Senfölglykoside, Enzyme, Carotinoide, Saponine, ätherische Öle, viel Provitamin A und
Vitamin C, Mineralstoffe

Wirkung: auswurffördernd, schleimlösend, leicht antiseptisch, harntreibend, Wurmmittel

In der Kräuterküche eignet sie sich aufgrund ihres mild-würzigen Geschmacks gut als Zugabe zu Kräuterbutter, für Salatmarinaden, Kräutertopfen oder auch für die Herstellung von Pesto.

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Der gute Heinrich

Blitum bonus-henricus, Syn. Chenopodium bonus-henricus

Familie: Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae)

Blütezeit: Mai bis August
Verwendete Pflanzenteile: Kraut
Sammelzeit: Mai bis August (am wirksamsten)

Inhaltsstoffe: Saponine, Mineralsalze, Eisen, Vitamin C

Wirkung und Anwendung: abführend, blutreinigend, erweichend

Blutarmut, Verstopfung und Entzündungen.
Blätter galten, äußerlich als Umschlag angewendet, schon im Mittelalter als wirksam gegen Hautentzündungen und Abszesse.

Zubereitung in der Küche: wie Blattspinat

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Das Franzosenkraut

Galinsoga parviflora

Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Blütezeit: Juli bis November
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Blüten, Samen
Sammelzeit: Mai bis November

Inhaltsstoffe: Eiweiß, Mineralstoffe und Spurenelemente (Ka,Ca,Ma,Mg,Fe,P), Vit A und C

Wirkung und Anwendung:
blutreinigend, gegen Vitamin-C-Mangel und Anämie. In der Homöopathie gegen grippale Effekte.

Franzosenkraut-Pesto
Franzosenkraut, Knoblauch, Sonnenblumen- oder Pinienkerne, eingelegte getrocknete Tomaten und Salz
im Mixer zerkleinern. 120 ml Olivenöl langsam dazu, bis eine homogene Masse entsteht. Mahlzeit!

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Das Gänsefingerkraut

Argentina anserina

Familie: Rosengewächse (Rosaceae)

Blütezeit: Mai bis August
Verwendete Pflanzenteile: Kraut, Wurzel
Sammelzeit: Blütezeit

Inhaltsstoffe: Bitterstoffe, Gerbstoffe, Gerbsäure, Flavone, Harzbitterstoffe, Glykoside

Wirkung und Anwendung: v.a. krampflösend, auch entzündungshemmend und schmerzstillend

Wurzel kauen bei Zahnfleischentzündung, Gänsefingerkrautmilch (wegen Fettlöslichkeit einiger Wirkstoffe),
Tee, Aufguss für Waschungen, Umschläge bei entzündlichen Hautproblemen, eitrigen Wunden, Furunkeln…

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Die Magerwiesen-Margerite

Leucanthemum

Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Blütezeit: Juni bis September
Verwendete Pflanzenteile: junge Sprosse und Blüten im Frühsommer, Blütenknospen
Sammelzeit: Sommer

Inhaltsstoffe: Gerbstoffe

Wirkung und Anwendung: adstringierend, wundheilend

mehr in der Küche als für Heilzwecke einsetzbar.

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Das Veilchen

Viola

Familie: Veilchengewächse (Violaceae)

Blütezeit: März bis Mai
Verwendete Pflanzenteile: blühendes Kraut, Wurzel
Sammelzeit: Kraut März bis Mai, Wurzel Oktober

Inhaltsstoffe: Saponine, Bitterstoffe, Flavonoide, Glykoside, Schleimstoffe, Salicylsäure, Eugenol, Alkaloid Violin, Cyamin

Wirkung und Anwendung: abschwellend, antibakteriell, krampflösend, schleimlösend, durchblutungsfördernd, erweichend, harntreibend, schmerzlindernd, schweisstreibend

Tee oder Sirup

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Der Klatschmohn

Papaver rhoeas

Familie: Mohngewächse (Papaveraceae)

Blütezeit: Mai bis Juli
Verwendete Pflanzenteile: junge frische Blüten, evt. auch Blätter vor der Blüte (Küche)
Sammelzeit: Blütezeit

Inhaltsstoffe: Gerbstoffe, Bitterstoffe, Saponine, Schleimstoffe, Anthocyanglykoside, Alkaloid Rhoeadin

Wirkung und Anwendung: beruhigend, erweichend, schmerzlindernd, tonisierend, menstruationsfördernd;

bei Husten, Nervosität, Schlaflosigkeit, Hautunreinheiten – Anwendung als Tee, Öl oder Sirup

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Der Sauerampfer

Rumex acetosa

Familie: Knöterichgewächse (Polygonaceae)

Blütezeit: Mai bis August
Verwendete Pflanzenteile: Kraut
Sammelzeit: April, Mai

Inhaltsstoffe: Vitamin C, Eisen, Gerbstoffe, Gerbsäure, (Kaliumbioxalat, Oxalsäure)

Wirkung und Anwendung: blutbildend, blutreinigend, adstringierend, Leberschwäche, Verdauungsschwäche, Hautunreinheiten, Schwellungen

Frisch in Salate, Suppen, Saucen…

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Die Kohlkratzdistel

cirsium oleraceum

Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Blütezeit: Juli bis September
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Stängel, Blütenboden
Sammeln: nur junge Pflanzenteile

Inhaltsstoffe: Inulin, Gerbstoffe, ätherische Öle, Fette, Flavonoide, Alkaloide

Wirkung und Anwendung: Verdauungsschwäche, Kopfschmerzen, Gicht, Rheuma, beruhigend bei Krämpfen und Zahnschmerzen

Küche: Blütenboden vergleichbar mit Artischocken, Blätter und Stängel kohlartig

Pflanze sticht nicht; ist viel weicher, als sie aussieht :)

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Das Seifenkraut

Saponaria officinalis

Familie: Nelkengewächse (Caryophylaceae)

Blütezeit: Juni bis September
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Wurzel
Sammelzeit: Wurzel April, Oktober; Blätter Juni, Juli

Inhaltsstoffe: Saponine, Flavonglykosid

Wirkung und Anwendung: schleimlösend, auswurffördernd, harntreibend, abführend, fungizid, blutreinigend, Stoffwechsel anregend, bei Bronchitis, Husten, Verstopfung, chronischen Hautleiden, als Waschmittel (Schaumbildner)

Seifenkrauttee: fein gschnittene Wurzel kalt ansetzen, viele Stunden ziehen lassen, danach kurz aufkochen und abseihen; Kraut hat keine besondere Bedeutung

VORSICHT!! aufgrund hohen Saponingehalts nicht überdosieren

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Der Pastinak

Pastinaca sativa

Familie: Doldenblütler (Apiaceae)

Blütezeit: Juli bis September
Verwendete Pflanzenteile: Wurzeln, Kraut, Früchte
Sammelzeit: Juli bis Oktober

Inhaltsstoffe: Vitamine (B6, B12, C), Spurenelemente und Mineralstoffe (Ka, Ca, P), ätherisches Öl, Furocumarine!

Wirkung und Anwendung: harntreibend, verdauungsfördernd, fiebersenkend, Blasenleiden und Magenerkrankungen, Lungenleiden, Fieber, Verdauungsbeschwerden

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Der Quendel

Thymus pulegioides (Wilder Thymian)

Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)

Blütezeit: Juni bis September
Verwendete Pflanzenteile: Kraut, Blätter
Sammelzeit: Mai bis September

Inhaltsstoffe: ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Gerbsäure

Wirkung und Anwendung: antibakteriell, appetitanregend, beruhigend, blutstillend, krampflösend, schleimlösend, schweisstreibend, entzündungshemmend

Hauptanwendung: grippale Infekte, Reizhusten, Bronchitis, Blähungen, Rheuma, leichte Magen-, Darmprobleme

Als Tee, Sirup, Inhalation, Tropfen

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Die Arnika

Arnica montana

Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Blütezeit: Juli, August
Verwendete Pflanzenteile: Blüten
Sammelzeit: Blütezeit, aber nicht in freier Natur sammeln, da GESCHÜTZT!!

Inhaltsstoffe: ätherische Öle, Cumarin, Sesquiterpenlactone, Flavonoide
Wirkung und Anwendung: antibakteriell, entzündungshemmend, schmerzstillend, krampflösend

Prellungen, Blutergüsse, Rheuma, Gelenksentzündungen, Muskelzerrungen, Krampfadern, Venenentzündungen

Tinktur, wässrige Auszüge; nicht innerlich anwenden!

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Der Augentrost

Euphrasia

Familie: Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae)

Blütezeit: Juli bis Oktober
Verwendete Pflanzenteile: blühendes Kraut
Sammelzeit: Blütezeit

Inhaltsstoffe: ätherische Öle, fette Öle, Bitterstoffe, Glykoside, Euphratansäure

Wirkung und Anwendung: Augenringe, Bindehautentzündungen, Gerstenkorn, Lidrandentzündung, Überanstrengung der Augen, Heuschnupfen, Schnupfen, Husten, Grippe, Verdauungsbeschwerden, Völlegefühl, belegte Zunge, Kopfschmerzen, Migräne, Schlaflosigkeit

Tee, Augenbad, Augenkompressen

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Das Ferkelkraut

Hypochaeris radicata

Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Blütezeit: Juni bis Oktober
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Wurzel, Blüten, Knospen, Samen
Sammelzeit: Frühling bis Herbst

Inhaltsstoffe: Inulin in Wurzel, ätherische Öle, fette Öle, Bitterstoffe

Das Ferkelkraut kann verwendet werden wie der Löwenzahn.

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Der Frauenmantel

Alchemilla

Familie: Rosengewächse (Rosaceae)

Blütezeit: Mai bis September
Verwendete Pflanzenteile: blühendes Kraut, Wurzeln
Sammelzeit: Mai bis September

Inhaltsstoffe: Gerbstoffe, Bitterstoffe, Phytosterin, Glykoside, Saponine, Tannine

Wirkung: adstringierend, beruhigend, blutbildend, blutreinigend, blutstillend, harntreibend, krampflösend, tonisierend, antiseptisch

Anwendung:
Tee menstruationsregulierend, wundheilend, vorbeugend bei Frauenkrankheiten, Muskulatur festigend (Gebärmutter), Geburt fördernd und hautklärend;
Durch hohen Anteil an Gerbstoffen leicht stopfend, dadurch hilfreich bei Magen-, Darmbeschwerden, Durchfall.
Tee zur Unterstützung vor der Geburt, jedoch nicht während der Schwangerschaft, da Frauenmantel die Gebärmutter stimuliert.
Seinem pflanzlichen Hormon wird bei Frauen ausgleichende Wirkung in der Pubertät und in den Wechseljahren zugeschrieben.

Blätter ergeben schmackhaftes Wildgemüse

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Der Blutweiderich

Lythrum salicaria

Familie: Weiderichgewächse (Lythraceae)

Blütezeit: Juli bis September
Verwendete Pflanzenteile: ganzes Kraut, Wurzel
Sammelzeit: Kraut Sommer, Wurzel Herbst

Inhaltsstoffe: Anthocyanin, Beta-Siosterol, Gerbstoffe, Gerbsäure, ätherisches Öl

Wirkung und Anwendung: adstringierend, blutstillend, antibakteriell, blutzuckersenkend

wirkt (unterstützend) bei Diabetes, Durchfall, inneren Blutungen, Nasenbluten, Zahnfleischbluten,
zu starken Menstruationsblutungen, Husten, Halsschmerzen, Ekzemen, Jucken, Wunden, Hautentzündungen

für Tee Kraut 15’ ziehen lassen; Tinktur

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Der Wiesenkerbel

Anthriscus sylvestris

Familie: Doldenblütler (Apiaceae)

Blütezeit: April bis August
Verwendete Pflanzenteile: junge Blätter
Sammelzeit: April bis September

Inhaltsstoffe: Glycoside, Magnesium, Eisen, Beta-Carotin, Vitamin C

Wirkung und Verwendung: blutreinigend, entwässernd, nierenanregend, leberstärkend

bei Leber-, Verdauungsbeschwerden, Depression, Gedächtnisschwäche

VORSICHT VERWECHSLUNGSGEFAHR mit giftigen Doldenblütlern wie Schierling, Hundspetersilie, Kälberkropfarten

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Die Sichelmöhre

Falcaria vulgaris

Familie: Doldenblütler (Apiaceae)

Blütezeit: Juli bis September

keine Verwendung als Heil- oder Küchenkraut bekannt.

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Das breitblättrige Laserkraut

Laserpitium latifolium
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)

Blütezeit: Juli, August

Inhaltsstoffe: Bitterstoffe (z.B. Laserpitin)

Anwendung: die Wurzel wurde früher bei Blähungen, Menstruationsbeschwerden und als Diuretikum eingesetzt.

Nur in höheren Lagen anzutreffen.

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Der dreilappige Rosskümmel

Laser trilobum

Familie: Doldenblütler (Apiaceae)

Blütezeit: Mai, Juni

BESONDERS GESCHÜTZT!!

Der Rosskümmel findet bei uns in der Küche keine Verwendung. In Bulgarien z.B. werden die Samen als Würzmittel für verschiedene Speisen verwendet.

Sehr eindrucksvoller Doldenblütler, plastikartig glatte unbehaarte Oberfläche, frische Samen schmecken zitronig kümmelig, ältere eher bitter

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Die Waldengelwurz

Angelica sylvestris

familie: Doldenblütler (Apiaceae)

Blütezeit: Juli bis September
Verwendete Pflanzenteile: Wurzel, Stängel, Blätter
Sammelzeit: Wurzel im Herbst, junge Triebe

Inhaltsstoffe: Bitterstoffe, ätherische Öle, Furocumarin

Wirkung und Anwendung: verdauungsfördernd, krampflösend, stimmungsverbessernd, nervenberuhigend, senkt Cholesterinspiegel

Furocumarin wirkt phototoxisch, was bei der Anwendung als Tee aber aufgrund der Wasserunlöslichkeit dieses Stoffes keine Rolle spielt.
Angelica archangelica (die bei uns nicht wild wachsende Echte Engelwurz) kommt auch häufig in Kräuter- und Klosterschnäpsen vor.

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Der Dost

Origanum vulgare

Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)

Blütezeit: Juni bis September
Verwendete Pflanzenteile: Blühendes Kraut, Blätter
Sammelzeit: Juni bis September

Inhaltsstoffe: Gerbstoffe, Bitterstoffe, ätherisches Öl, Thymol, Carvacrol

Wirkung und Anwendung: antiseptisch, antiviral, bei Appetitlosigkeit, Blähungen, Husten, Krampfhusten, Keuchhusten, Menstruationsbeschwerden, Mundentzündungen, Rachenentzündungen, Cellulitis, Ekzemen, Psoriasis, Verdauungsstörungen

Innerlich vor allem als Tee, äusserlich als Tinkur oder ätherisches Öl

Würzkraut für Pizzen, Tomatensaucen, Fleischgerichte…
Oreganowein:
3 Oreganozweige mit trockenem Weißwein übergiessen, eine Woche stehen lassen, dann die Zweige heraus nehmen und absieben. Den Wein in eine dunkle Flasche füllen.
Durch den Alkohol im Wein entsteht ein sanfter Auszug der Wirkstoffe des Oregano. Ein Stamperl pro Tag getrunken beugt dieser Wein Infektionen vor und regt außerdem die Verdauung an.

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Der Beifuss

Artemisia vulgaris

Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Blütezeit: Juli bis September
Verwendete Pflanzenteile: Kraut, Wurzel
Sammelzeit: Kraut Juli bis Sept., Wurzel Spätherbst

Inhaltsstoffe: Gerbstoffe, Bitterstoffe, z.B. Sesquiterpenlactone, Flavonolglykoside, Inulin, Vitamine, äther. Öl mit: Cineol, Kampfer, Thujon

Anwendung und Wirkung: verdauungsfördernd, schlaffördernd, 
entspannend, wärmend, menstruationsfördernd, entkrampfend, anregend für Magen- und Gallenflüssigkeit, wehenanregend
TCM
Moxibustion: Wärmetherapie, eine der ältesten Formen der traditionellen chinesischen Medizin; wird angewandt, um den Fluss des Qi anzuregen und so die allgemeine Gesundheit aufrecht zu erhalten. Außerdem vertreibt sie Kälte und Feuchtigkeit.
In der NATURHEILKUNDE setzt man den Beifuß unter anderem bei geschädigten Nerven, Schlaflosigkeit, diversen Frauenleiden und Völlegefühl ein. Früher bei Wurmbefall;
Äußerlich in Form eines Umschlags gegen Furunkel, Karbunkel, Abszesse oder Geschwüre; Ausgezeichneter Badezusatz zur Linderung müder Glieder, hilft bei Rheuma und Gicht.

Der Wirkstoff Artemisinin soll erfolgreich im Kampf gegen Malaria eingesetzt werden.

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Der Wundklee

Anthyllis vulneraria

Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)

Blütezeit: Juni bis August
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Blüten, Kraut
Sammelzeit: Mai bis August

Inhaltsstoffe: Catechine, Farbstoffe, Flavonoide, Gerbsäure, Gerbstoffe, Saponine, Schleimstoffe, Xanthophyll

Wirkung und Anwendung: Hauptanwendung Husten, auch Wundheilmittel

adstringierend, antibakteriell, blutreinigend, blutstillend, harntreibend, hustenstillend, magenstärkend, Stoffwechsel anregend, wundheilend

Tee aus Blüten, Tinktur und Salbe aus Kraut, frischer Saft (gegen Herpes)

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Das Schöllkraut

chelidonium majus

Familie: Hahnenfussgewächse (Ranunculaceae)

Blütezeit: Frühling bis Herbst
Verwendete Teile: blühendes Kraut, Saft, (Wurzel)
Sammelzeit: Mai bis Juli

Inhaltsstoffe: mehrere Alkaloide, Flavone, Bitterstoffe, ätherisches Öl

Wirkung und Anwendung: Leber und Galle, Rheuma und Gicht, entkrampfend bei Menstruationskrämpfen, Magenschmerzen, Asthma, Reiz- und Krampfhusten (Tinktur des blühenden Krauts, getrocknetes Kraut als Tee, Presssaft)

Äusserlich gegen Warzen, Hühneraugen, Schwielen, Ekzeme, Geschwüre, Akne, (nach Maria Treben) zur Stärkung der Augen.

Zur Giftwirkung
Das Schöllkraut ist eine stark wirkende Heilpflanze, die bei zu hoher Dosierung giftig wirkt. Besonders in der Wurzel hoher Alkaloidanteil. Auch Saft ist besonders giftig. Vor allem im Oktober ist der Alkaloidgehalt hoch. Im getrockneten Kraut verliert sich die Giftigkeit.
Der Gehalt an Giftstoffen ist je nach Pflanze, Standort und Zeit unterschiedlich.

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Der Vogelknöterich

Poligonum aviculare

Familie: Knöterichgewächse (Polygonaceae)

Blütezeit: Juni bis September
Verwendete Pflanzenteile: das ganze Kraut
Sammelzeit: Juni bis September

Inhaltsstoffe: Flavonoide, Gerbstoffe, Schleimstoffe, Kieselsäure

Wirkung und Anwendung: entzündungshemmend, adstringierend, harntreibend, antirheumatisch;

bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut, Atemwegsinfekten, Durchfall, Blasen- und Nierenerkrankungen;

Äusserlich angewendet löscht Vogelknöterich Hitze und heilt Wunden, als Auflage bei Ohreneiterungen oder Brustgeschwüren.

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Der Spitzwegerich

Plantago lanceolata

Familie: Wegerichgewäche (Plantaginaceae)

Blütezeit: Mai bis September
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Wurzeln, Samen
Sammelzeit: Blätter Mai bis August, Wurzeln Oktober

Inhaltsstoffe: Schleimstoffe, Saponine, Gerbstoffe, Kieselsäure, Vitamin C, ätherisches Öl,
Lab-Enzym

Wirkung und Anwendung: reizlindernd, auswurffördernd, antibiotisch, entzündungshemmend, immunstärkend

Verwendung als Tee bei: Husten, Bronchitis, Asthma, Halsentzündung, Appetitlosigkeit, Verdauungsschwäche, Magenschleimhautentzündung, Durchfall, Blasenschwäche;

Zerdrückt direkt auf die Haut: sehr hilfreich bei Insektenstichen, Wunden, Geschwüren

Spitzwegerichsirup!

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Der Rainfarn

Tanacetum vulgare

Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Blütezeit: Juli, August
Verwendete Pflanzenteile: Blüten und Kraut
Sammelzeit: Juli, August

Inhaltsstoffe: Thujon, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Kampfer, Bittere Glykoside, Phytosterole, Pyrethrin!!

Wirkung und Anwendung:
Rainfarn wurde früher als Wurmmittel, gegen Fieber, Wadenkrämpfe, Schwindelanfälle, Hysterie, Migräne, Harnwegsbeschwerden, zur Regulation der Menstruation und zur Verdauungsstimulation verwendet. Als Mundwasser zur Linderung von Zahnschmerzen.
Ausserdem vertrieb man mit Sträussen getrockneter Pflanzen Motten, Mücken, Läuse, Flöhe und sonstiges Ungeziefer (Pyrethrin)

Vorsicht ist aufgrund des in allen Pflanzen unterschiedlich hohen Anteils an Thujon und wegen Inhaltsstoff Pyrethrin geboten. Nur stark verdünnte Anwendungen und homöopathisch.

Färberpflanze

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Die kleine Käsepappel

Malva neglecta

Familie: Malvengewächse (Malvaceae)

Blütezeit: Juni bis Oktober
Verwendete Pflanzenteile: Blätter und Blüten
Sammelzeit: Frühsommer bis Herbst

Inhaltsstoffe: Schleimstoffe, Gerbstoffe

Wirkung und Anwendung:
Als TEE (Wirkung der Gerbstoffe) bei Entzündungen der Schleimhäute des gesamten Verdauungsapparats (von der Mundhöhle bis zum Enddarm)
Als KALTANSATZ (Wirkung der Schleimstoffe) Bronchialkatarrh, Husten, Heiserkeit, Lungenverschleimung, Kehlkopf- und Mandelentzündung.
ÄUSSERLICH Waschung von Wunden, Geschwüren, bei Gesichtsallergien; Fuss- oder Handbäder bei geschwollenen Extremitäten, wenn Ursache Venenentzündung ist: dafür 2 Hände voll Käsepappelblätter über Nacht in 5l kaltem Wasser ansetzen. Nächsten Tag anwärmen und betroffene Körperteile 20’ drin baden (kann 2x verwendet werden).

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Die kanadische Goldrute

Solidago canadensis

Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Blütezeit: Juli bis Oktober
Verwendete Pflanzenteile: blühendes Kraut
Sammelzeit: Juli bis Oktober

Inhaltsstoffe: Saponine, Bitterstoffe, Inulin, Gerbstoffe, ätherisches Öl

Hauptanwendung: als harntreibender Tee

Färberpflanze

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Der Heilziest

Betonica officinalis

Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)

Blütezeit: Juni bis August
Verwendete Pflanzenteile: Kraut
Sammelzeit. Juni bis August

Inhaltsstoffe: Gerbstoffe, Bitterstoffe, Stachydrin

Wirkung und Anwendung:

Als Tee vom Kraut: blutstillend, adstringierend, kräftigend, schleimlösend

Tee aus frischen Wurzeln wirkt abführend, aus getrockneten als Brechmittel

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Die wilde Möhre

Daucus carota

Familie: Doldenblütler (Apiaceae)

Blütezeit: Ende Mai bis August
Verwendete Pflanzenteile: Wurzel, Blätter, junge Blütendolden (Küche), Samen
Sammelzeit: Wurzel vor der Blüte im ersten Jahr (später holzig), Samen ab August, Blätter Juni bis September

Inhaltsstoffe: Pektin, Carotinoide, ätherische Öle, Flavonoide, Vitamine (A, B1, B2, C), Carotatoxin

Wirkung und Anwendung: nierendurchspülende Wirkung und positiver Effekt auf die Regulation des Blutzuckers, sowie auf die Bekämpfung von Durchfall wurden nachgewiesen. Ausserdem Wirkung bei Konzentrationsstörungen und leichten Depressionen.

Im Altertum galt die Wilde Möhre als ein beliebtes Aphrodisiakum, wurde aber auch bei Menstruationsproblemen und als Wurmkur bei Menschen eingesetzt. Weitere beliebte und häufige Anwendungsgebiete waren die Behandlung von Geschwüren, Brandwunden und Frostbeulen.

Die Blütennester und verholzten Wurzeln, sowie die Samen lassen sich zum Mitkochen in Suppen verwenden (verholzte Teile danach wieder entfernen).

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Die Königskerze

Verbascum

Familie: Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae)

Blütezeit: Juni bis August
Verwendete Pflanzenteile: Blüten

Inhaltsstoffe: Saponine, Schleimstoffe, Flavonoide, ätherische Öle
Sammelzeit: Juli bis August

Wirkung und Anwendung: auswurffördernd, antidepressiv, harntreibend, schleimhautregenerierend.

Die Königskerze wird in erster Linie zur Behandlung von Problemen der oberen Luftwege (Bronchitis, Entzündungen der oberen Luftwege, Husten, Reizhusten, Asthma), bei Magen-, Darmkatarrh und zur Wundheilung angewendet.

Bei Bindehautentzündung beruhigt eine Kompresse aus Königskerzenblüten, die auf die geschlossenen Augen gelegt wird.

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Die echte Kamille

Matricaria chamomilla

Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Blütezeit: Mai bis Juli
Verwendete Pflanzenteile: Blüten
Sammelzeit: Mai bis Juli

Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl, Azulen, Chamazulen, Apiin, Bitterstoffe, Flavone, Gerbstoffe, Gerbsäure, Harz, Cumarin, Borneol, Hyperosid, Oleanolsäure, Salicylate, Salizylsäure, Schwefel, Thujon, Umbelliferon usw.

Wirkung und Anwendung: krampfstillend, entzündungswidrig, beruhigend, austrocknend, blähungswidrig und wundheilend

Tee oder Tinktur aus den Blüten innerlich und äusserlich, Inhalation

Krämpfe im Magen- Darmbereich, Ekzeme, Stimmungsschwankungen, Sonnenbrand, Nesselsucht, bei Schnitten und Verletzungen, Schleimhautentzündungen (Genitalbereich, Mund, Rachen, Afterbereich), Rheuma und Blutergüsse (als Auflage), Nebenhöhlenentzündungen (Inhalation und Tee), Haarschuppen (Waschung), Erkältungen, Schlafstörungen, Entzündungen im Mund- und Rachenraum, Hautentzündungen, Entzündungen der Bronchien, Frauenkrankheiten u.v.m.

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Die Bibernelle

Pimpinella saxifraga/major

Familie: Doldenblütler (Apiaceae)

Blütezeit: Juni bis September
Verwendete Pflanzenteile: Wurzel
Sammelzeit: September bis November oder März, April

Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl, Gerbstoffe, Saponine, Polyacetylene, Cumarine, Furocumarin, Pimpinellin

Wirkung und Anwendung: adstringierend, blutreinigend, blutstillend, entzündungshemmend, harntreibend, schleimlösend, schweißtreibend

Anwendung als Tee oder Tinktur bei:
Bronchitis, Husten, Asthma, Kehlkopfentzündungen, Rachenentzündung, Halsschmerzen, Heiserkeit, Erkältung, Grippe, Fieber, Herzbeschwerden, Appetitlosigkeit, Verdauungsschwäche, Blähungen, Sodbrennen, Darmentzündung, Durchfall, Hämorrhoiden, Gicht, Rheuma, Nierensteinen, Müdigkeit, Ekzemen, Hautausschlägen

Leider wird im Volksmund auch der Kleine Wiesenknopf (sanguisorba minor) aus der Familie der Rosengewächse aufgrund der Ähnlichkeit seiner Blätter fälschlicherweise Bibernelle genannt, was ständig zur Verwechslung der beiden Pflanzen führt.

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Der Wiesensalbei

Salvia pratensis

Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)

Blütezeit: Mai bis August
Verwendete Pflanzenteile: Blätter
Sammelzeit: Frühjahr bis Herbst

Inhaltstoffe: Ätherisches Öl, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Saponine, Harz

Wirkung und Anwendung: entzündungshemmend, keimtötend, krampflösend, auswurffördernd, magenstärkend, menstruationsregulierend, schweißhemmend, wundheilend, durchfallhemmend, blähungswidrig, galleanregend, milchsekretionshemmend;

Seine Wirkung gleicht der des Gartensalbei, aber in abgeschwächter Form.

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Der echte Kerbel

Anthriscus cerefolium

Familie: Doldenblütler (Apiaceae)

Blütezeit: April, Mai
Verwendete Pflanzenteile: Kraut, Früchte
Sammelzeit: Kraut April bis September, Früchte Juli bis September

Inhaltstoffe: Apiin, ätherisches Öl, Zink, Vitamin A und C, Magnesium und Eisen

Wirkung und Anwendung: blutreinigend, harntreibend, schleimlösend, schweisstreibend, tonisierend

Verwendung bei: Erkältung, Fieber, Gicht, Ödemen, Kopfschmerzen, Gedächtnisstörungen, Schlaflosigkeit, Abszessen, Ekzemen und unreiner Haut

In der Kräuterküche kann man Kerbel für Suppen, Salate, Topfenaufstriche, Saucen u.v.m. verwenden. Bei warmen Speisen sollte man die Blätter erst am Ende dazugeben und keinesfalls kochen.

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Der Baldrian

Valeriana

Familie: Geissblattgewächse (Caprifoliaceae)

Blütezeit: Juli, August
Verwendete Pflanzenteile: Wurzel, Blüten
Sammelzeit: Wurzel Oktober, Blüten Juli, August

Inhaltsstoffe: Ätherische Öle, Valerensäure, Baldriansäure, Sesquiterpene, Arnikaflavon, Hydrophile Lignane, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Harz, Alkaloide (Actinidin ist der Katzenlockstoff des Baldrian)

Wirkung und Anwendung: beruhigend, entspannend, konzentrationsfördernd, krampflösend, schlaffördernd

Hauptanwendung: Schlafstörungen
ausserdem: Blähungen, Bluthochdruck, Darmkrämpfe, Gallenbeschwerden, Gastritis, Kopfschmerzen, Krämpfe, Magenkrämpfe, Magenschleimhautentzündung, Migräne, nervöse Herzbeschwerden, Nervosität, Neurodermitis, Prüfungsangst, Reizblase, Rückenschmerzen, Schilddrüsenüberfunktion, Unruhe, Verspannungen, Wechseljahrsbeschwerden

Tee oder Tinktur, Pulver

Häufig wird Baldrian mit Hopfen, Melisse oder Passionsblume als schlafförderndes, beruhigendes Mittel kombiniert.

Baldrianblüten – Schlafkissen

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Das Johanniskraut

Hypericum perforatum

Familie: Johanniskrautgewächse (Hypericaceae)

Blütezeit: Juni bis August
Verwendete Pflanzenteile: Blüten, blühendes Kraut
Sammelzeit: Juni bis August
Inhaltsstoffe: Hypericin, Hyperforin, Flavonoide, Bitterstoffe, Gerbstoffe, äther. Öl, Harz

Wirkung und Anwendung: Hauptwirkung antidepressiv und stimmungsaufhellend;
abschwellend, adstringierend, antibakteriell, beruhigend, blutbildend, blutstillend, entzündungshemmend, harntreibend, krampflösend, schleimlösend, schmerzstillend, tonisierend

ATEMWEGE: Bronchitis, Halsentzündung, Fieber; VERDAUUNGSSYSTEM: Appetitlosigkeit, Verdauungsschwäche, Magenbeschwerden, Darmentzündung, Durchfall, Hämorrhoiden, Blasenentzündung; STOFFWECHSEL: Rheumatismus, Gicht; FRAUENHEILKUNDE: Gebärmutterkrämpfe, Menstruationsbeschwerden, Endometritis, Wechseljahrsbeschwerden, Zyklusunregelmässigkeiten; NERVENSYSTEM: Depressionen, Nervosität, Schlaflosigkeit, Epilepsie, Kopfschmerzen, Migräne, Hypochondrie, Angstzustände, Neuralgien, Trigeminusneuralgie, Ischias, Hexenschuss
BEWEGUNGSAPPARAT: Rückenschmerzen, Muskelzerrungen, Blutergüsse, Quetschungen, Verrenkungen, Verstauchung, Krampfadern; HAUT: Wunden, Verbrennungen, Beulen, Geschwüre, Ekzeme, Schrunden, Stichwunden, trockene Haut, Narbenschmerzen

Anwendung als Tee, Tinktur (Kraut), Öl (Blüten),
ACHTUNG Photosensibilität, Wechselwirkung mit immunsuppr. Medikamenten und evtl. auch Pille

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Das Eisenkraut

Verbena officinalis

Familie: Eisenkrautgewächse (Verbenaceae)

Blütezeit: Mai bis Oktober
Verwendete Pflanzenteile: blühendes Kraut
Sammelzeit: Juli, August

Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl, Glykoside, Verbenalin, Verbenin, Aucubin, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Gerbsäure, Kieselsäure, Schleimstoffe

NICHT EISENHÄLTIG!! Name kam evtl. durch den Gebrauch des Krautes zur Härtung von Eisen zustande.

Wirkung und Anwendung: hauptsächlich Husten, Verdauungsschwäche;
Adstringierend, anregend, antibakteriell, blutreinigend, entzündungshemmend, harntreibend, krampflösend, schmerzstillend, schweisstreibend, tonisierend;

Atemwege: Bronchitis, Keuchhusten, Katarrhe der oberen Luftwege, Halsschmerzen, Mandelentzündung, Fieber
Verdauungssystem: Gallenschwäche, Leberschwäche
Stoffwechsel: Milzerkrankungen, Rheuma, Gicht, Blut verdünnend, Blutarmut, Schwächezustände, Ödeme,
Harnorgane: Blasensteine, Nierensteine
Frauenheilkunde: menstruationsfördernd, Menstruationszyklus regelnd, Milch bildend, Wechseljahrsbeschwerden
Nervensystem: Nervenschwäche, Nervosität, Migräne, Augenentzündungen,
Haut: Wunden, schlecht heilende Wunden, Furunkel, Ekzeme, Geschwüre, Schnittwunden, leichte Brandwunden, blaue Flecken

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Das Berufkraut

Conyza canadensis

Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Blütezeit: Juni bis Oktober
Verwendete Pflanzenteile: Kraut
Sammelzeit: Juni bis Oktober

Inhaltsstoffe: Gerbstoffe, Gerbsäure, ätherisches Öl, Flavonoide, Cholin, Kaffeesäure

Wirkung und Anwendung: adstringierend, blutstillend, harntreibend, tonisierend, Blutzucker senkend

gegen Durchfall, Würmer, Hämorrhoiden, bei Blutungen, Rheuma, Gicht, Schleimhautentzündungen,
Menstruation regulierend, Wechseljahrsbeschwerden

Küche: junge Blätter als Gewürz in Salate, Kräutertopfen, …

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Das Ackerhellerkraut

Thlaspi arvense

Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)

Blütezeit: April bis Juli
Verwendete Pflanzenteile: Kraut, Samen
Sammelzeit: April bis Oktober

Inhaltsstoffe: Öl, Senföl, Vitamine, Magnesium

Wirkung und Anwendung: antibakteriell, entzündungshemmend, harntreibend, schleimlösend, schweisstreibend, tonisierend

bei: Fieber, grippalem Infekt, Rheuma, Leberschwäche, Nieren-, Scheidenentzündung, Menstruationsbeschwerden, Endometriose, Furunkeln, Haut-, Augenentzündungen;

Innerlich als Tee oder Tinktur, äusserlich Waschungen oder Umschläge aus dem Absud

Küche: scharfwürziger kresseähnlicher Geschmack, aber nur junge zarte Pflänzchen verwenden

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Der Wiesenbocksbart

Tragopogon pratensis

Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Blütezeit: Mai bis Juli
Verwendete Pflanzenteile: Kraut, Wurzel
Sammelzeit: April bis September

Inhaltsstoffe: Gerbstoffe, Bitterstoffe, Schleimstoffe, Kohlehydrate, Lipide, Inulin

Wirkung und Anwendung: blutreinigend, schweisstreibend, harntreibend

Tee bei Gicht, Rheuma, Hauterkrankungen, zur Entgiftung von Leber und Niere, gegen Kater

Pflanzensaft als Warzenmittel

Küche: Wurzel wie Schwarzwurzel, junger Pflanzentrieb als Gemüse wie Spargel

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Die Kornblume

Centaurea cyanus

Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Blütezeit: Juni bis Oktober
Verwendete Pflanzenteile: Blüten
Sammelzeit: Blütezeit !!GESCHÜTZT!!

Inhaltsstoffe: Anthocyane, Bitterstoffe, Blauer Farbstoff, Centaurocyanin, Flavonglykoside, Gerbstoffe, Glykoside, Harz, Salizylsäure, Salze, Schleimstoffe, Wachs

Wirkung und Anwendung: adstringierend, antirheumatisch, appetitanregend, blutreinigend, entwässernd, entzündungshemmend, harntreibend, hustenstillend, schleimlösend, tonisierend

bei Augenproblemen (Bindehautentzündung, Hornhautgeschwüre), Hauterkrankungen (Akne, Mundschleimhautentzündung, Kopfschuppen,…) Verdauungsstörungen, Rheuma u.v.m

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Die Wegwarte

Cichorium intybus

Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Blütezeit: Juli bis September
Verwendete Pflanzenteile: Wurzel, Kraut, Blüten
Sammelzeit: Wurzel März, April; Kraut Juni bis September

Inhaltsstoffe: Inulin, Bitterstoffe, Intybin, Zucker, Harz, Kalisalze, Cichoriin, Gerbsäure, ätherisches Öl

Wirkung und Anwendung: adstringierend, anregend, blutreinigend, entzündungshemmend, bei Gallen-, Verdauungsschwäche, Verstopfung, Leberproblemen, Hämorrhoiden, Krampfadern, Stoffwechselschwäche, Diabetes, Hautunreinheiten, Haarausfall,..

Zichorienkaffee: Wurzel trocknen, schneiden, rösten, mahlen – aufbrühen wie Kaffee
Tee oder Tinktur wird aus Wurzel hergestellt.
Aufgrund des hohen Inulingehalts Nahrungsergänzungsmittel für Diabetiker.

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Das gefleckte Lungenkraut

Pulmonaria officinalis

Familie: Raublattgewächs (Boraginaceae)

Blütezeit: März bis Mai
Verwendete Pflanzenteile: blühendes Kraut
Sammelzeit: Blütezeit

Inhaltsstoffe: Schleimstoffe, Flavonoide, Kieselsäure, Allanoin, Gerbstoffe

Wirkung und Anwendung: Blasenleiden, Bronchitis, Durchfall, Halsweh, Heiserkeit, Husten, Katarrhe der oberen Luftwege, Lungenleiden, Mund- und Rachenraumentzündungen, Ruhr, Wundheilung

getrocknet als Tee oder als Pulver (frische Wunden)

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Der Beinwell

Symphytum officinale

Familie: Raublattgewächse (Boraginaceae)

Blütezeit: je nach Standort von April bis September
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Wurzeln
Sammelzeit: Wurzeln Oktober bis April, Blätter April bis Oktober

Inhaltsstoffe: Allantoin, Gerbstoff, Schleim, Asparagin, Alkaloide, ätherisches Öl, Flavonoide, Harz, Kieselsäure, Pyrrolizidinalkaloide

Wirkung und Anwendung: adstringierend, beruhigend, blutbildend, blutreinigend, blutstillend, entzündungshemmend, erweichend, kühlend, lindernd, wundheilend, schmerzstillend

Knochenverletzungen, Knochenbruch, Sportverletzungen, Verstauchungen, Bandscheibenschäden, Knochenhautentzündung, Tennisarm, Arthrose, Nervenschmerzen, Gelenkschmerzen, Ischias, Wunden, Brandwunden.

Als Tee, Tinktur, Breiauflage, Salbe

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Der Kompasslattich

Lactuca serriola

Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Blütezeit: Juli bis September
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Saft
Sammelzeit: Sommer

Inhaltsstoffe: Bitterstoffe

Eine Besonderheit des Kompasslattichs liegt in seiner Eigenschaft als Richtungsanzeiger. Er stellt bei Sonnenschein seine Blätter senkrecht und lässt sie nach Nord und Süd zeigen. Dies dient der Pflanze als Schutz vor Dehydrierung und uns als Kompass.
Vermutlich sind Latticharten der Ursprung unserer heutigen Blattsalate.
Der Milchsaft soll, wie der des Giftlattichs eine leicht sedierende Wirkung haben.

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Der grosse Wiesenknopf

Sanguisorba officinalis

Familie: Rosengewächse (Rosaceae)

Blütezeit: Juli, August
Verwendete Pflanzenteile: Kraut, Wurzel
Sammelzeit: Juli, August

Inhaltsstoffe: Saponine, Gerbstoffe, Flavone, Tannine, Vitamin C

Wirkung und Anwendung: adstringierend, antibakteriell, blutstillend, entzündungswidrig, harntreibend, schmerzlindernd, tonisierend; bei Mundschleimhaut-, Rachen-, Mandel-, Magenschleimhaut-, Darmschleim-hautentzündung, Fieber, Durchfall, Nierenschwäche, Blutungen, zu starker Menstruation, Wunden,chronischen Hautleiden, Furunkeln;

Sanguisorba-Wurzeln wirken gegen akuten Durchfall.

Äusserlich: gegen Hämorrhoiden, verschiedene Hautleiden (Wunden, Geschwüre, Verbrennungen und Ekzeme) und Schleimhautentzündungen (als Bestandteil von Gurgellösungen und Zahnpasta). Die wichtigste Anwendung (Europa, China) ist traditionell die Blutstillung.
HOMÖOPATHIE:
Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, des venösen Gefässsystems und
der weiblichen Geschlechtsorgane, Gebärmutterblutungen, Krampfaderleiden, Durchfallerkrankungen.

Zur Anwendung kommen Tee, Tinktur, Salben, Lotionen

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Der echte Ehrenpreis

Veronica officinalis

Familie: Wegerichgewächse (Plantaginaceae)

Blütezeit: Mai bis Oktober
Verwendete Pflanzenteile: blühendes Kraut

Inhaltsstoffe: Aucubin, Bitterstoffe, Gerbstoff und Spuren eines ätherischen Öls.

Wirkung und Anwendung: aromatisch, appetitanregend, erweichend, entzündungshemmend, schmerzstillend, verdauungsfördernd.


Ehrenpreis wirkt gegen Nervosität, die von geistiger Überanstrengung herrührt. Eine Tasse abends vor dem Schlafengehen vollbringt durch die beruhigende Wirkung wahre Wunder. Ehrenpreis sorgt für ein gutes Gedächtnis und vertreibt Schwindelgefühle.
Die Bachblüten-Essenz hilft bei verlorenem Überblick, Engstirnigkeit und wenn man den Überblick über die Folgen des eigenen Handelns verliert. Es hilft den Abstand zu den Dingen wiederzufinden und sie nochmal nüchtern zu betrachten.



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Der Steinklee

Melilotus

Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)

Blütezeit: Mai bis August
Verwendete Pflanzenteile: blühendes Kraut
Sammelzeit: Mai bis August

Inhaltsstoffe: Cumarin, Glycosid, Melilotin, Flavonoide, Schleimstoffe, Cholin

Wirkung und Anwendung: Blutergüsse, Blutfluss fördernd, Gefäßwände heilend, Krampfadern, Venenentzündungen, Gelenkschmerzen, rheumatische Beschwerden, Geschwüre, Kopfschmerzen, Drüsenschwellungen, Wundheilung,
Verbesserung der Lymphzirkulation.

Ein Strauss Steinklee (auch Honigklee) in der Küche aufgehängt verbreitet den ganz besonderen, typischen Cumarinduft.

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Die Zaunwinde

Calystegia sepium

Familie: Windengewächse (Convolvulaceae)

Blütezeit: Juni bis Oktober
Verwendete Pflanzenteile: Wurzel, Kraut
Sammelzeit: Wurzeln Frühjahr und Herbst, Kraut Juni bis Oktober

Inhaltsstoffe: Convolvuline, Flavonoide, Gerbstoffe, Gerbsäure, Glykoretine, Harzglykoside, Herzglykoside, Tannine

Wirkung und Anwendung: abführend, erweichend, harntreibend, fiebersenkend, Verstopfung, Gallenschwäche, Leberschwäche;

Die Hauptwirkung der Zaunwinde ist ihre abführende Wirkung. Wurzeln haben eine stärker abführende Wirkung als Blätter und Blüten.

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Die Rossminze

Mentha longifolia

Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)

Blütezeit: Juni bis Oktober
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Kraut
Sammelzeit: Juni bis Oktober

Inhaltsstoffe: Ätherische Öle, Flavonoide, Gerbstoffe, Bitterstoffe

Wirkung und Anwendung der Minzen:
Menthol wirkt in Kombination mit den übrigen Inhaltsstoffen der Minze krampflösend und blähungstreibend, Gallenfluss und Gallensekretion anregend (deshalb nicht verwenden bei Gallenwegsverschluss, Gallenentzündung, Gallensteinen), haut- und schleimhautreizend, Sekretion von Magensaft fördernd (deshalb nicht bei saurem Magen und Gastritis anwenden), Bronchialsekretion lösend, den Herzschlag erhöhend (deshalb nicht bei Babies und Kleinkindern anwenden, vor allem nicht im Bereich von Nase und Mund. Auch nicht in der Schwangerschaft oder bei Bluthochdruck.); auf Haut und Schleimhaut Kältegefühl erzeugend, ohne die Körpertemperatur zu beeinflussen; die Schmerzempfindlichkeit herabsetzend, durchblutungsfördernd, desinfizierend, Milben vertreibend (Varoamilbe – Bienen)

Anwendung: Tee, Tinktur, Kräuteröl, Gewürz

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Der Natternkopf

Echium vulgare

Familie: Raublattgewächse (Boraginaceae)

Blütezeit: Mai bis Oktober
Verwendete Pflanzenteile: Kraut, Wurzel
Sammelzeit: Mai bis Oktober

Inhaltsstoffe: Pyrrolizidinalkaloide, Cholin, Allantoin (ca. 1,2 %), Bornesit, Alkannine und Schleimstoffe.

Wirkung und Anwendung: erweichend, harntreibend, schweisstreibend, Husten, Fieber, Kopfschmerzen, Verstauchungen, Quetschungen, Schlangenbisse, Wunden, Hautrötungen, Furunkel, Nagelbettentzündung,
eiternde Wunden, Unterschenkelgeschwüre (offene Beine)

Tee bei Atemwegserkrankungen und Erkältungen, gegen Kopfschmerzen;

Pflanzenspitzen: Wenn man die blühenden Spitzen der Pflanze sehr fein schneidet, kann man sie als Breiumschlag zur Behandlung von Nagelbettentzündungen und Furunkeln verwenden.
Pflanzensaft: Den frisch gepressten Saft der Pflanze kann man auf gerötete und gereizte Haut auftragen. Als Breiumschlag hilft er gegen Furunkel und Abszesse.
Wurzeln: enthalten Allantoin, wie die Wurzeln des Beinwells. Daher auch ähnliche Verwendung wie Beinwellwurzeln, beispielsweise als Salbe oder Breiumschlag gegen Probleme der Haut und Verletzungen des Bewegungsapparates.
Färberpflanze: ROT

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Die Schafgarbe

Achillea millefolium

Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Blütezeit: Juni bis August
Verwendete Pflanzenteile: blühendes Kraut

Inhaltsstoffe: Bitterstoffe, Ätherisches Öl, Azulen, Eukalyptol, Gerbstoffe, Flavone, antibiotische Substanzen

Wirkung und Anwendung: blutreinigend, entzündungshemmend, blutstillend, krampflösend, gefässtonisierend

Tee, Tinktur,
Kompressen und Umschläge:
Tücher und Kompressen in Schafgarbenabsud tränken und zur Stillung von Blutungen, bei entzündlichen Hauterkrankungen, zum Beispiel bei wunden Brustwarzen in der Stillzeit anwenden.

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Der Wasserdost

Eupatorium cannabinum

Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Blütezeit: Juli bis September
Verwendete Pflanzenteile: das blühende Kraut

Inhaltsstoffe: Eupatorin, Bitterstoffglykoside, Harz, Gerbstoffe, ätherisches Öl, Pyrrolizidinalkaloide

Wirkung und Anwendung: Abwehrschwäche, Schnupfen, Heuschnupfen, Erkältungen, Grippe, Rekonvaleszenz, Leber, Galle, Milz, Eierstockentzündung, Ödeme, geschwollene Füsse, Hautausschläge

Bei allen Erkältungen und Infektionen zur Verbesserung des Immunsystems Tee (Kaltauszug) oder Tinktur, am besten gleich zu Beginn der Erkältung mit Behandlung anfangen. 
Außerdem Linderung von Heuschnupfen, Reinigung der Leber, Anregung von Milz und Galle, Blutreinigung

Zur Behandlung von Ödemen durch Stimulation von Niere und Blase.

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Der Waldmeister

Galium odoratum

Familie: Rötegewächse (Rubiaceae)

Blütezeit: Mai bis Juni
Verwendete Pflanzenteile: das blühende Kraut

Inhaltstoffe: Cumaringlykosid, Gerbstoffe, Bitterstoffe

Wirkung und Anwendungsgebiete: Tee bei Kopfschmerzen, Durchblutungsstörungen, Leberleiden, Magenschmerzen, sowie bei unregelmäßiger Herztätigkeit und Schlaflosigkeit. Waldmeister gilt erwiesenermassen als entkrampfend.

Waldmeistersirup, Waldmeisterbowle,..

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Der Odermennig

Agrimonia eupatoria

Familie: Rosengewächse (Rosaceae)

Blütezeit: Juni bis Juli
Verwendete Pflanzenteile: Kraut
Sammelzeit: Juni bis Juli

Inhaltsstoffe: ätherisches Öl, Bitterstoffe, Flavonoide, Gerbstoffe, Kieselsäure, Pflanzensäuren, Schleimstoffe, Triterpene

Wirkung und Anwendung: Appetitlosigkeit, Durchfall, Gallen- und Leberleiden, Verdauungsstörungen,
Magenprobleme, Darmprobleme, Blasenleiden, Nierenleiden, Harnsteine, Rachen- und Kehlkopfentzündungen, Stimmbandreizung, Zahnfleischentzündung, Rheuma, Wassersucht, Fieber

Tee auch zum Gurgeln, Tinktur,
Umschlag:
20 g getrocknetes Kraut mit 150 ml kaltem Wasser übergießen, kurz aufkochen lassen und abseihen. Damit ein Tuch tränken und auf die zu behandelnde Stelle legen.

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Das wilde Stiefmütterchen

Viola tricolor

Familie: Veilchengewächse (Violaceae)

Blütezeit: Mai bis Oktober
Verwendete Pflanzenteile: Kraut und Blüten
Sammelzeit: März bis Oktober

Inhaltsstoffe: Alkaloide, Anthocyanin, Flavone, Gerbstoffe, Gerbsäure, Gaultherin, Methylsalicylat, Myrosin, Odoratin, Salicin, Salizylsäure, Saponine, Schleimstoffe, Violaxanthin, Violanin, Violaquercitrin, ätherisches Öl

Wirkung und Anwendung:

Als Tee ist vor allem wegen Saponingehalts sehr wirksam als auswurfförderndes Mittel bei Husten. Gut geeignet für Frühjahrskuren, blutreinigend, harn- und schweißtreibend. Bei Säuglingen wird es bei Milchschorf und anderen Hautkrankheiten eingesetzt. Das Stiefmütterchenkraut wird vor allem als Aufguss gegen unreine Haut oder Schuppenflechte verwendet. Stiefmütterchentee (zwei Teelöffel pro Tasse Wasser kurz aufkochen lassen) hilft auch bei rheumatischen Schmerzen und soll als Kräftigungs- und Vorbeugungsmittel gegen Erkältungskrankheiten dienen.

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Das Mädesüß

Filipendula ulmaria

Familie: Rosengewächse (Rosaceae)

Blütezeit: Juni bis August
Verwendete Pflanzenteile: Blüten, Blätter, Wurzeln
Sammelzeit: Kraut Juni bis August, Wurzeln Frühling und Herbst

Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl, Salizylsäureverbindungen, Heliotropin, Vanillin, Zitronensäure, Gerbsäure, Gaultherin, Kieselsäure, Terpene, Wachs, Fett, Farbstoff Spiraein

Wirkung und Anwendung: blutreinigend, entgiftend, entzündungshemmend, harntreibend, schmerzstillend, schweisstreibend, Blasenprobleme, Darmprobleme, Erkältungen, Grippe, Fieber, Gicht, Magenprobleme,
Nierenprobleme, Rheuma, Schmerzen, Migräne, Kopfschmerzen, Wassersucht, Ödeme

Vom Mädesüß werden vorwiegend die Blüten und die Wurzeln verwendet.
Tee bei grippalen Infekten sowie bei echter Grippe; fiebersenkend, schmerzlindernd, schleimhautabschwellend, gegen die meisten Arten von Ödemen; Durch seine harntreibende und entgiftende Wirkung hilft der Tee auch bei Harnwegs- und Stoffwechselproblemen.

Tee aus den Blüten wird als Aufguss gekocht.

Wurzel-Tee wird hingegen kalt angesetzt und sechs Stunden stehen lassen, bevor er kurz aufgekocht wird. Dann lässt man ihn zwei Minuten ziehen und seiht ihn anschliessend ab.
Von beiden Tees trinkt man zwei bis drei Tassen am Tag in kleinen Schlucken und ungesüsst.

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Der Ackerschachtelhalm

Equiseta arvensis

Familie: Schachtelhalmgewächse (Equisetaceae)

Blütezeit: blüht nicht, da Sporenpflanze
Verwendete Pflanzenteile: Sommersporen, Frühjahrstriebe (Kr.küche)
Sammelzeit: grünen Spross Mai bis Juli, Frühjahrstriebe* April

Inhaltsstoffe: Alkaloide (Nikotin), Flavonoide (Flavone), Kalium, Kalzium, Karbonsäuren, Kieselsäure, Magnesium, Saponine

Wirkung und Anwendung:

Innerlich wird der Ackerschachtelhalm vorwiegend als Tee eingesetzt. Hierfür Kraut kalt ansetzen und mindestens 20 Minuten kochen, damit sich die Kieselsäure aus den Pflanzen löst. Der fertige Tee ist auch als Spül- oder Gurgellösung geeignet.
Für die äußerliche Anwendung stellt man einen Badezusatz nach folgender Formel her: 150 g Kraut in ½ Liter siedendem Wasser ziehen lassen, diesen Auszug abgeseiht zum Badewasser gießen.
Für Umschläge ca. 10 g Kraut mit ¼ Liter Wasser abkochen.
Zur Blutstillung nutzt man den Presssaft.

* Die bräunlichen Frühjahrstriebe schmecken in Butter geschmolzen sehr lecker als „Spargelersatz“.

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Der Expertenkreis

Unter anderem könnte der Expertenkreis die interessante Aufgabe übernehmen, jedes Jahr ein besonderes Thema in Theorie und Praxis zu erarbeiten. Für 2015 schlagen wir die Familie der Doldenblütler vor, weil diese aufgrund einiger ihrer zum Teil sehr giftigen Arten auch von Pflanzenkundigen gerne vernachlässigt oder ignoriert wird. Wir freuen uns über alle umsetzbaren Vorschläge und hoffen auf eine rege Beteiligung.

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Die wichtigsten sekundären Pflanzeninhaltsstoffe

Im Gegensatz zu den primären Pflanzeninhaltsstoffen, die das Leben der Pflanze ermöglichen, wie Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße (Chlorophyll zählt nur bedingt dazu, da manche Pflanzen ohne auskommen), dienen die sekundären Inhaltsstoffe der Sicherung des Überlebens und der Konkurrenzfähigkeit. Sie bieten Schutz gegen Fraßfeinde, Parasiten, Bakterien, Pilze und Viren; gegen UV-Strahlung, Verdunstung usw. und sind Lockmittel für bestäubende Insekten (Blütenfarbe, Duft des äth. Öls,..)
Hier die wichtigsten Inhaltsstoffgruppen:
Gerbstoffe: durch Bindung der Eiweißstoffe von Haut und Schleimhaut Verdichtung der Oberfläche ⇒ Keimen wird Lebensraum entzogen; adstringierend, austrocknend, entzündungshemmend, blutstillend, bakterizid, fungizid, leicht lokalanästhetisch (Eichenrinde, Odermennig, Wiesenknopf, Heidelbeere, Blutwurz…); Einsatz bei Durchfall, zur Wundbehandlung, Haut- und Schleimhautentzündungen (da sie auch schleimhautreizend wirken können, bei innerlicher Einnahme ideal in Kombination mit Schleimstoffen)
Schleimstoffe: (wasserlösliche aus z.B. Eibisch, Huflattich, Spitzwegerich…) reizlindernd, einhüllend, Schutzfilm für (Schleim-)Haut; (wasserunlösliche aus Lein-, Flohsamen, Getreide,…v.a. für Magen-, Darmtrakt) wasserbindend, antidiarrhoisch, Darmperestaltik anregend durch Erhöhung des Darmvolumens und Gleitfähigkeit; saugen Giftstoffe auf, entzündungshemmend
Bitterstoffe: regen Produktion der Verdauunssäfte an, daher appetitanregend,
(fett-)verdauungsfördernd; Bekämpfung pathologischer Keime, Rekonvaleszenz, manchmal fiebersenkend, Gewichtsreduktion (Enzian, Wermut, Löwenzahn, Artischocke, Tausendgüldenkraut,…)
Ätherische Öle: Aromatherapie; unterschiedlichste med. Anwendungen; gelangen über Haut und Schleimhäute in Blutkreislauf (starke Vertreter unter Wildpflanzen sind z.B. Lippenblütler und Doldenblütler)
Cumarine: entzündungshemmend, venenabdichtend, bei Hämorrhoiden und Furunkeln, Mottenabwehr, Kosmetikindustrie, Cumarinderivate für Gerinnungshemmung; Steinklee, Waldmeister haben typischen Geruch und Geschmack in welkendem Zustand
Senfölglykoside (Glucosinolate): stark antibakteriell (evtl. sogar gegen multiresistente Keime wie MRSA), erwärmend, virustatisch, antimykotisch, örtlich wirkende Hautreizmittel; Vertreter sind Kreuzblütler wie Ackersenf, Kresse, Kren, Rettich, Raps, Kohlgewächse,…
Flavonoide: Antioxidantien (dadurch evtl. krebsvorbeugend, abwehrstärkend, Vorbeugung von Herz-Kreislauferkrankungen; Vorkommen in zahlreichen Obst- und Gemüsesorten. Grünkohl, Brokkoli, Zwiebel, Sellerie, Äpfel (v.a. in Schale), Soja, u.v.m.
Saponine: schleimlösend, entzündungshemmend, harntreibend; Vorsicht, da hämolytische Wirkung
Weitere:
Phytosterine (Cholesterin senkend); Phytoöstrogene (senken Risiko für bestimmte Krebsarten, wirken positiv auf Knochenstoffwechsel, antioxidativ); Carotinoide; Sulfide; Herzglykoside; Alkaloide (Analgetika, Halluzinogene, Sedativa, starke Gifte)

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Der Rotklee

Trifolium pratense

Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)

Blütezeit: April bis Oktober
Verwendete Pflanzenteile: das ganze Kraut
Sammelzeit: Mai bis September

Inhaltsstoffe: Isoflavone, Proteine, Gerbstoffe, ätherisches Öl, Glykoside, phenolische Substanzen

Wirkung: blutreinigend, appetitanregend, antirheumatisch, erweichend bei Verstopfung

Anwendung bei: Gicht, Leberschwäche, Rekonvaleszenz, Rheuma, Wechseljahrsbeschwerden, Östrogenmangel, Hitzewallungen

Wichtigste Anwendung als Tee zum hormonellen Ausgleich in den Wechseljahren!!!

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Der kriechende Günsel

Ajuga reptans

Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)

Blütezeit: April bis Juni
Verwendete Pflanzenteile: Blätter
Sammelzeit: April bis Juni

Inhaltsstoffe: Ätherische Öle, Ajugol, Ajugoside, Harpagid, Delphinidin, Aucubin, Gerbsäure

Wirkung: antibakteriell, beruhigend, entzündungshemmend, harntreibend, schmerzstillend

Anwendung
Innerlich als Tee oder Tinktur bei Verdauungsbeschwerden, Sodbrennen und Magengeschwüren; Gurgeln gegen Entzündungen im Mundraum und Rachen, Angina; beruhigende Wirkung bei Schlaflosigkeit und Nervosität;
Durch seine entzündungshemmenden, schmerzstillenden und harntreibenden Eigenschaften eignet er sich auch sehr gut zur Behandlung rheumatischer Entzündungsprozesse. Seine Wirkung ähnelt der Wirkung der afrikanischen Teufelskralle, denn beide enthalten den Wirkstoff Harpagid.

Äusserlich Presssaft, zerdrücktes Kraut oder verdünnte Tinktur in Form von Umschlägen, Bädern oder Waschungen
bei schlecht heilenden Wunden, Ekzemen und Geschwüren oder zur Nachbehandlung von Narben.

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Das Gänseblümchen

Bellis perennis

Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Blütezeit: März bis November
Verwendete Pflanzenteile: Blüten, Blätter
Sammelzeit: März bis November

Inhaltsstoffe: Saponine, Bitterstoffe, Gerbstoffe, ätherische Öle, Schleimstoffe

Wirkung: blutreinigend, blutstillend, harntreibend, entkrampfend, schmerzstillend, wundheilend, appetitanregend, antibakteriell

Med. Anwendungsgebiete: Hauterkrankungen, schmerzhafte oder ausbleibende Regelblutung, Kopfschmerzen, Schwindelanfälle und Schlaflosigkeit; Husten (Saponine und Schleimstoffe)

Anwendung als Hausmittel in Form von Tee oder Tinktur.

In Homöopathie bei Stoß-, Sportverletzungen wie Prellungen, Quetschungen
In TCM auch schlecht heilende Wunden, hitzige chronische Ekzeme, Streptokokken, Paradontose (Tinktur!)

In der Wildkräuterküche geben die Blüten dem Salat einen angenehm nussig-bitteren Geschmack; Knospen in Essig eingelegt (wie Kapern);

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Der Breitwegerich

Plantago major

Familie: Wegerichgewächse (Plantaginaceae)

Blütezeit: Juni bis Oktober
Verwendete Pflanzenteile: Blätter
Sammelzeit: Sommer

Inhaltsstoffe: Bitterstoffe, Gerbstoffe, Gerbsäure, Schleimstoffe, Aucubin

Wirkung und Anwendung: abschwellend, adstringierend, blutreinigend, blutstillend, entzündungshemmend, harntreibend

Zerdrücktes Kraut auf Wunden, Geschwüre, Insektenstiche

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Der Bärlauch

Allium ursinum

Familie: Amarylisgewächse (Amarylicaceae)

Blütezeit: Mai-Juni
Verwendete Pflanzenteile: Blätter vor der Blüte
Sammelzeit: Ende März bis Mitte Mai
Inhaltsstoffe: Alliin, Allicin, Flavonoide, Jod, Schleimstoffe, Zucker, Mineralsalze, äth. Öl

Wirkung und Anwendung: entgiftend, cholesterinsenkend, bakterizid, leicht blutdrucksenkend, blutreinigend, vitalisierend, stärkend, hemmt Fäulnis- Gärungsbakterien, anregende harntreibende Wirkung

Bärlauch ist in Kräuterküche vielseitig verwendbar: Pesto, Suppe, Salat, aufs Butterbrot, Aufstriche; Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

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Das Hirtentäschel

Capsella bursa pastoris

Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)

Blütezeit: bei günstigen Bedingungen ganzjährig
Verwendete Pflanzenteile: Kraut, Wurzel
Sammelzeit: Juni bis August

Inhaltsstoffe: Cholin, Acethylcholin, Tyramin, ätherisches Öl, Saponin, Kalium, Gerbstoff

Wirkung: blutreinigend, blutstillend, harntreibend, wehenfördernd, adstringierend, entzündungshemmend, tonisierend, blutdruckregulierend, menstruationsregulierend, stoffwechselanregend

Um die blutstillende, gefäßverengende und gefäßverdichtende Wirkung zu erzielen, muss Hirtentäschelkraut mit Wurzeln, Blättern und Blüten verwendet werden!

Tee nach Geburt zur Unterstützung der Gebärmutterrückbildung, bei zu starker Menstruation; Blutdruckregulierung;
Nasenbluten: Tee und lokale Anwendung (getränkter Wattebausch, Zellstoff..); Blutungen von Wunden mit zerdrücktem Kraut stillen; Bäder bei Hämorrhoiden

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Der Huflattich

Tussilago farfara

Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Inhaltsstoffe:
Ca 8% Schleimstoffe (Polysaccharide), Bitterstoffe, Gerbstoffe (Gerbsäure, Tannine), Inulin, Mineralstoffe (Zink, Kalium, Natrium, Kalzium, Magnesium, Eisen, Phosphor, Schwefel und Kieselsäure), Salpetersäure, Saponine, Flavonoide, äth. Öle, Pyrrolizidinalkaloide

Wirkung:
Hauptsächlich beruhigendes und schleimlösendes Hustenmittel!
Auch bei beginnender Tuberkulose, Asthma, Brustfellentzündung, Gesichtsrose und schleimigem Durchfall;
Äusserlich in Form von Umschlägen zur Behandlung von Beingeschwüren, Venenentzündungen und Verbrennungen. Huflattichblätter wurden früher als auf die Lunge kräftigend wirkender Rauchtabak genutzt.

Wegen des Pyrrolizidinalkaloidgehalts wird für Heilzwecke die Verwendung von pla-freien Fertigprodukten aus der Apotheke empfohlen. Da der PLA-Gehalt aber sehr gering ist, hat diese Warnung für gesunde Menschen keine Bedeutung – eine Teekur soll auch bei anderen Heilpflanzen die Dauer von 4 – 6 Wochen nicht überschreiten.
PLA gelten in ihrer Reinform als leberschädigend und krebserregend.

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Das Klettenlabkraut

Galium aparine

Familie: Rötegewächse (Rubiaceae)

Blütezeit: Mai bis September
Verwendete Pflanzenteile: ganzes Kraut
Sammelzeit: ideal im Frühling
Inhaltsstoffe: Glykoside, Saponine, Spurenelemente, Rubichlor-, Zitronen-, Galitannsäure, Asperulosid

Wirkung: Diuretikum, entzündungshemmend, gegen Hautkrankheiten, bei Schlaflosigkeit

In der Kräuterküche für Frühlingskräutersuppe, getrocknete und geröstete Früchte als Kaffeeersatz

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Weisse und gefleckte Taubnessel

Lamium album / Lamium maculatum

Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)

Blütezeit: April bis Oktober
Verwendete Pflanzenteile: Blüten, Kraut
Sammelzeit: April bis Oktober

Inhaltsstoffe: Gerbstoffe, Schleimstoffe, Saponine, Cholin, wenig äth. Öle

Wirkung und Anwendung:

Blüten: Triterpensaponine (auswurffördernd), Schleimstoffe (reizlindernd), Gerbstoffe (zusammenziehend, blutungsstillend bei Haut und Schleimhäuten), sowie Phenolcarbonsäuren, Flavonoide, Iridoidglykoside und bis zu 0,5 Prozent ätherische Öle. Die getrockneten Blüten werden als Heilmittel eingesetzt: Zum Beispiel als Heiltee zur Behandlung von Katarrhen der oberen Luftwege, zur Spülung leichter Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut oder als Sitzbad bei nicht bakteriellem, chronischem Weissfluss (Fluor genitalis).

In der Wildkräuterküche eignet sie sich hervorragend für Spinat (evtl. gemeinsam mit Brennnesseln), als Beigabe zu Suppen, Eierspeisen, Eintöpfen usw.

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Das Scharbockskraut

Ficaria verna

Familie: Hahnenfussgewächse (Ranunculaceae)

Blütezeit: ab April
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Brutknospen, Wurzeln
Sammelzeit: Frühling, vor der Blüte (Protoanemoningehalt am geringsten)
Inhaltsstoffe: Vit. C, Anemonin, Protoanemonin, Saponine, Gerbstoffe

Wirkung: blutreinigend, gegen Warzen, Hämorrhoiden,, Hautunreinheiten, Frühjahrsmüdigkeit, Vitamin C-Mangel
Anwendung: Wurzelknollen gegen Warzen, Frühlingsblätter mässig in Salaten,…

Durch Trocknen verschwindet giftiges Protoanemonin aus Hahnenfussgewächsen.

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Die Gundelrebe

Glechoma hederacea

Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)

Blütezeit: ca. April bis Juni
Verwendete Pflanzenteile: Blätter und Blüten
Erntezeit: ganzjährig möglich, aber Haupterntezeit März bis Oktober
Inhaltstoffe: 3 – 7% Gerbstoffe, Bitterstoff Glechomin, Vitamin C, Kalium, Rosmarinsäure, ätherisches Öl

Wirkung: entzündungshemmend, schmerzlindernd, adstringierend, schleimlösend, anregend für Niere und Blase, stoffwechselregulierend

Anwendungsgebiete:
langwierigen, hartnäckige und zehrende Krankheiten, vor allem eitrige wie Bronchitis, Husten, Nebenhöhlenentzündung. Äusserlich bei schlecht heilenden Wunden, Geschwüren, Abszessen usw. (Gund ist alter Begriff für Eiter).
Außerdem stärkt sie Herz und Kreislauf und dient als allgemeines Kräftigungsmittel.
Ein Tee aus den Blättern und Blüten soll sogar helfen Schwermetalle aus dem Körper auszuleiten.
In TCM bei unregelmäßiger Menstruation, in Homöopathie gegen Hämorrhoiden und Durchfall.

Große Bedeutung für mystische Rituale (Kränze in Walpurgisnacht,..) und in der Wildkräuterküche wichtiger Bestandteil der 9-Kräutersuppe, vielseitig verwendbar (Würze für Aufläufe, Suppen, Saucen, Kräuterbutter,…)

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Die kleine Braunelle

Prunella vulgaris

Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)

Blütezeit: Juni bis Oktober
Verwendete Pflanzenteile: Kraut
Sammelzeit: Juni bis Oktober

Inhaltsstoffe: Ätherische Öle, Bitterstoffe, Cumarine, Flavonoide, Gerbstoffe, Gerbsäure, Hyperosid, Kaempferol

Wirkung und Anwendung: adstringierend, antibakteriell, blutstillend, harntreibend, krampflösend, tonisierend, Fieber, Halsentzündung, Angina, Blähungen, Magenschwäche, Würmer, Bluthochdruck, Menstruationsbeschwerden, Wechseljahrsbeschwerden, Wunden, Hautentzündungen

Die Braunelle wird in der Volksmedizin zum Gurgeln, bei Lungenerkrankungen und gegen Magen-Darmerkrankungen verwendet. Zudem wurde früher das frische Kraut bzw. der gepresste Saft als Wundheilmittel (aufgrund seiner zusammenziehenden und Bakterien tötenden Wirkung) verwendet. Innerlich angewendet soll sie auch Blutdruck senkend wirken. In der Homöopathie wird das frische Kraut bei Lungenerkrankungen eingesetzt.

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Sammelregeln

Allgemeine Regeln

  • Keine geschützten Pflanzen sammeln
  • Kräuter eindeutig identifizieren
  • Nicht an Straßen, in Industriegebieten…, möglichst nicht an landwirtschaftlich genutzten Flächen (Dünger, Pestizide)
  • Vorsicht in stark frequentierten Erholungsgebieten (Notdurft von Zwei- und Vierbeinern…)
  • Nur trockene, gesunde Pflanzenteile sammeln
  • Nie den ganzen Bestand plündern, nur so viele, wie wirklich gebraucht werden! Wenn von einer Pflanze nur wenige Exemplare vorhanden sind, stehen lassen.
  • An sonnigen Tagen sammeln
  • Wurzeln im Frühjahr und Herbst (morgens und abends)
  • Blätter am Vormittag, sobald der Morgentau getrocknet ist
  • Blüten zu Mittag
  • Nicht ausreißen. Vorsichtig abzupfen, abschneiden, Wurzeln mit entsprechendem Werkzeug ausgraben (nach indianischer Überlieferung nicht mit Werkzeug aus Metall)
  • Transport in luftigem Korb, Papiersack
  • Sammeln von Heilkräutern, die getrocknet werden sollen

  • Kräuter nur zum optimalen Zeitpunkt sammeln, wenn sie über ihre höchste Heilkraft verfügen (Sonne scheint schon mehrere Tage, optimale Tageszeit, keine langen Transportwege, luftiger Transportbehälter);
  • Nur sehr saubere Kräuter sammeln (Waschen würde Trocknungsprozess gefährden und Aroma-, bzw. Heilkraftverlust bedeuten)
  • Nach Möglichkeit Mondkalender mit einbeziehen
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    Nützliche Links
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    Der Giersch

    Aegopodium podagraria

    Familie: Doldenblütler (Apiaceae)

    Blütezeit: Juni bis August
    Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Stengel, Blüten, Früchte
    Sammelzeit: April bis August
    Inhaltsstoffe: ätherisches Öl, Chlorogensäure, Cumarine, Flavonolglykoside, Harz, Hyperosid, Isoquercitrin, Kaffeesäure, Kalium, Phenolcarbonsäuren, Polyine, Vitamin C

    Wirkung: entgiftend, entsäuernd, abführend, antirheumatisch, beruhigend, entwässernd, entzündungshemmend, harnsäurelösend, harntreibend, verdauungsanregend

    Med. Anwendungsgebiete: Gicht, Rheuma, Arthritis, Ischias, Übergewicht, Übersäuerung des Körpers

    Giersch ist eine äusserst wirksame Heilpflanze.
    In der Wildkräuterküche unentbehrlich (auch Petersilersatz).

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    Die Brennnessel

    Urtica dioica, Urtica urens

    Familie: Brennnesselgewächse (Urticaceae)

    Blütezeit: Juli bis August
    Verwendete Pflanzenteile: Wurzel, Kraut, Samen
    Erntezeit: Kraut März bis August, Samen Frühherbst
    Inhaltstoffe: Ameisensäure, Serotonin, Histamin, Vitamin C, Provitamin A, Mineralsalze (Kalium, Calcium, Magnesium), Gerbstoffe, Eisen, ätherische Öle

    Wirkung: entzündungshemmend, harntreibend, blutreinigend, adstringierend
, blutdrucksenkend, stoffwechselfördernd
    Anwendung bei: Rheuma, Gicht, Arthritis, Frühjahrsmüdigkeit, Magen- Darmbeschwerden, uvm.

    Zu Heilzwecken als Tee, Tinktur, Saft; Brennnesselschlagen (schmerzende Gelenke)
    Küche: Pesto, Spinat, Suppen usw.

    Die Brennnessel ist ein wahres Wundermittel!

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    Die Vogelmiere

    Stellaria media

    Familie: Nelkengewächse (Caryophylaceae)

    Blütezeit: Mai bis Oktober
    Verwendete Pflanzenteile: gesamtes Kraut
    Sammelzeit: das ganze Jahr
    Inhaltsstoffe: Vitamine, Saponine, Flavonoide, Cumarine, Mineralien, Oxalsäure, Schleimstoffe, Zink, ätherische Öle

    Wirkung und Anwendung: frisch am wirkungsvollsten!

    Beruhigend, schleimlösend bei Entzündungen der Atemwege, verdauungsfördernd, stoffwechselanregend, harntreibend; Resorption anderer Wirkstoffe wird begünstigt; Tee bei rheumatischen Beschwerden und Hautausschlägen. Zur Immunstärkung im Winter trinkt man am besten frisch gepressten Saft oder isst die grünen oberirdischen Pflanzenteile als Salat.
    Homöopathie: Rheuma, Gicht und Psoriasis.
    Wertvolles wohlschmeckendes Wildgemüse in Salat, Kräutertopfen, aufs Butterbrot, Pesto usw..

    Vogelmierensalbe: bei diversen Hautbeschwerden, sowohl bei frischen Wunden, als auch bei Ekzemen, Schuppenflechte oder schlecht heilenden Wunden anwendbar.

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    Der Löwenzahn

    Taraxacum officinalis

    Familie: Korbblütler (Asteraceae)

    Der Löwenzahn verwandelt im Frühling ganze Landstriche in die wunderschöne warm-gelbe Farbe seiner Blüte und vertreibt mit seiner Präsenz die letzten Ausläufer winterlich trostloser Gefühlsregungen.

    Blütezeit: März bis Oktober
    Verwendete Pflanzenteile: Wurzel, Blüten, Blätter
    Sammelzeit: März bis Oktober
    Inhaltsstoffe: Inulin, Cholin, Vitamine A, B, C und D; Bitterstoffe, Mineralstoffe

    Wirkung: Blutbildend, blutreinigend, harntreibend, Leber und Galle anregend, entgiftend, Schlacken ausleitend.

    Med. Anwendungsgebiete: gestörte Galle-, Leber-, Nierenfunktion, chron. Gelenkserkrankungen, Atemwegsinfektionen (Husten, Bronchitis), Arteriosklerose

    In der Wildkräuterküche sind die jungen Blätter v.a. im Frühling sehr beliebt für Salate und andere Rohköstlichkeiten oder Löwenzahnpesto.
    Aus den Blüten kann ein Sirup bzw. Löwenzahnhonig und aus der Wurzel gemeinsam mit Wegwartenwurzel und Gerste ein Kaffeeersatz hergestellt werden.

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